Mit diesen Felsen möchte ich meine Kirche bauen –

Abendspaziergang der KAB-Gruppe St. Dominicus Berlin-Gropiusstadt, 12.07.07

Geschichte und religiöses Gespräch mit den evangelischen Glaubensbrüdern.

Vom Treffpunkt U-Bhf. Rudow machte sich eine kleine Gruppe von 15 „Domini-
canern“ auf den Weg, der evangelischen Dorfkirche Rudow einen Besuch abzustatten. Auf dem mit einer neuen Mauer eingefassten Gelände steht auf einer leichten Anhöhe eine sehr alt wirkende Kirche. Bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1909 wurden 27 übereinander liegende Farbschichten mit gemalten Motiven gefunden. Diese weisen auf die Erbauung der ersten Kirche im Jahre 1300 hin, urkundlich erwähnt aber erst 1375.

Bombentreffer noch Ende April 1945 zerstörten das Kirchenschiff mit seinen 75 cm dicken Mauern aus Feldsteinen total. Sogar der Turm, dessen Mauern 1,40 m Dicke maßen, wurde bis auf die linke Ecke dem Boden gleichgemacht.

Alte Felssteine, jedoch größerer Abmessung als die ursprünglichen, bildeten mit neuer Sortierung Baustoff für die neue Kirche. An gleicher Stelle, schräg auf dem Grundstück geostet ausgerichtet, entstand ein neues Gotteshaus. Die neue Kirche ist mit 29 m Länge an den Seitenschiffen 18 m breit und bietet Raum für 320 Personen. In dem gelb, kurzzeitig rotbraun gestrichenen Turm mit seiner weithin sichtbaren Wetterfahne erklingen drei Glocken, die älteste stammt aus dem Jahre 1732. Die beiden anderen wurden zu Kriegszwecken 1914 eingeschmolzen, 1928 neu gegossen und 1942 wieder kriegsbedingt abgeliefert. Heute erklingen wieder drei aufeinander abgestimmte Glocken.

Zum Gebet und zur Andacht laden Kirchenbänke aus Nadelholz. Das nach dem Krieg neu geschaffene, einfache Holzkreuz über dem Altar, Taufstein und Kanzel bilden die sakrale Einrichtung. Eine Empore über den hinteren Bankreihen gibt den Platz für die musikalische Begleitung. Genügend Raum für Sänger, Sängerinnen und die schön geschmückte Orgel mit ihren 1347 Pfeifen.

Die Gemeinde Rudow zählt 12.000 Gläubige. Die Menschen, die ihre Kirche zum Gebet nutzen, können sich in den Wintermonaten über die neu eingebaute Fußbodenheizung freuen.

Diese Streiflichter von fachkundigen Gemeindegliedern gaben uns einen Einblick welche Anstrengungen unternommen wurden, um Gebet und Gesang in Kirche und dem etwas abseits stehenden Paul-Gerhardt-Saal in der heute schwierigen Zeit zu ermöglichen.

Mit einem Besuch in der ältesten Gaststätte von Rudow, gemeinsamen Mahl und Gespräch ging der Weg durch die Geschichte mit Blick in die Vergangenheit, die Gebäude des Glaubens und des evangelischen Gemeindelebens zu Ende.

Lothar Paedelt

Berlin-Gropiusstadt

 

 
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