Liebe Gemeinde

aus dem Himmel betrachtet, sieht unsere Gropiusstadt wie eine Spielzeugstadt aus. Das Fest Christi Himmelfahrt hat mit oben und unten allerdings so wenig zu tun wie das Dasein Gottes im atmosphärischen Himmel der Erde. Der Himmel Gottes ist eben nicht der Himmel der Vögel und Wolken. Dieser ist maximal ein Bild für das wunderbare Geschehen der Gemeinschaft in Gott. Weit und unendlich groß, Licht erfüllt und frei, geborgen und voller Bewegung, das ist das zu Gott kommen und bei IHM bleiben und in IHM sein. Ja, so beschrieben ist das Festgeheimnis treffender ins Wort gehoben.

Wir konnten das Fest Christi Himmelfahrt in diesem Jahr mit den Chören der Gemeinden St. Theresia und St. Joseph feiern. Entstanden ist die Idee auf dem Treffen der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Pfarrer der Gemeinden des pastoralen Raumes Neukölln-Süd. Bei den Überlegungen wie wir den Sparplan 2009 für Süd-Neukölln umsetzen können, war es allen Beteiligten wichtig, Orte und Begegnungen zu schaffen, bei denen sich die Gemeinden näherkommen. So entstand der Gedanke des gemeinsamen Chorsingens. Der Himmelfahrtstag wurde als geeigneter Termin ins Auge gefasst.

Aus allen Gemeinden des pastoralen Raums Neukölln Süd waren Gemeindeglieder gekommen. Es war ein schönes und frohes Fest. Viele aus allen Gemeinden haben geholfen, dass es gelang. Der Wunsch, es zu wiederholen, wurde nicht nur geäußert. Die Pfarrgemeinderäte aller Gemeinden sind hier gefordert, diese kleine Pflanze des gemeinsamen Zeugnisses zu gießen und zu pflegen. Himmelfahrt – das bei und in Gott sein - hat so gesehen auch ganz irdische Aspekte. Im hier und jetzt beginnt die Himmelfahrt. Sie führt uns in Christus zur Gemeinschaft, die wir uns gegenseitig schon jetzt schenken dürfen. Wir werden in einigen Tagen das Pfingstfest mit unseren evangelischen Geschwistern in der Martin-Luther-King-Kirche feiern. Dieses gemeinsame Zeugnis unseres christlichen Glaubens ist in unserer so multikulturellen und multireligiösen Stadt von großer Bedeutung. Es zeigt, dass wir trotz unterschiedlicher Geschichte und Traditionen zu einem großen Ziel gemeinsam unterwegs sind. In allen Sprachen soll es gesagt und gelebt werden: Christus ist auferstanden und hat allen Menschen die Liebe des Vaters gezeigt, die den Tod überwindet und den Weg in eine Zukunft für jeden Menschen öffnet, die einlädt zum Fest des Lebens und der Liebe. Dass wir dies leibhaftig spüren können, dazu gibt das Fronleichnamsfest die Möglichkeit. In der Prozession mit dem Allerheiligsten wollen wir deutlich machen: Christus ist in unserer Welt gegenwärtig als sich verschenkendes Brot des Lebens. Wenn es gelingt, dies gläubig für das eigene Leben zu erfassen und zu realisieren, dann tragen wir Christus in unsere Welt und Er wird sichtbar in unserem Denken und Handeln.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie, dass diese Liebe Gottes unter Ihnen spürbar ist;
herzlich Ihr Pfarrer Tippelt 




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