Uhuu, hallo Kinder

Kilian
: Ich alte Eule habe jetzt immer die kleinen Spatzenkinder beobachtet, die hinter ihren Müttern herhüpften und da dachte ich an Theophil Tschilp. Das ist ein Spatz, der ein ganzes Buch geschrieben hat und davon möchte ich Euch jetzt ein bisschen vorlesen:

 

Tschilp: Wir Sperlinge haben es von allen Tieren am besten. „Keiner von uns fällt zu Boden, ohne dass der Vater im Himmel es weiß.“ So sagt mein Papa oft, bevor wir schlafen gehen.

Wir Sperlinge sind auch die klügsten und bedeutendsten Geschöpfe der ganzen Welt. Das sieht man schon daran, dass wir nicht auf vier Beinen herumlaufen müssen wie die meisten anderen Tiere der Steppe. …

Am Abend, nachdem mein Papa mir die alten Geschichten vom Vater im Himmel erzählt hatte, hielt ich es nicht länger aus. „Du, Papa“, sagte ich, „Der Vater im Himmel kümmert sich um alle Tiere und vor allem um uns Sperlinge, hast Du gesagt. Aber was ist mit den Staublingen? Wozu gibt es solche Geschöpfe?“

„Tschilp hat einen Menschen gesehen.“, erklärte Mama Spatz. „Der Vater im Himmel kümmert sich gewiss auch um die Staublinge. Du weißt doch, wir Tiere kennen nur unsere eigene Geschichte. Und nun schlaf schön, mein Schatz.“

Ich steckte gehorsam meinen Kopf unter die Flügel und schloss die Augen. Ich musste unbedingt herausfinden, was für Geschöpfe das waren, diese Staublinge.

 

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Kilian
: „Du weißt nicht, was Staublinge sind? Lies nach im Gotteslob unter Nummer 742 Psalm 103 Vers 14.

Jedenfalls erfährt Tschilp von den anderen Tieren eine lange Geschichte des Vaters im Himmel mit den Staublingen. Z.B. erzählt der Löwe Simba vom Paradies, das Zebra von der großen Flut, der Mistkäfer Skarabäus vom Schilfmeer, der Eisvogel von Petrus, dem Fischer, die Fledermäuse kennen Lazarus, der von Jesus aus der Höhle des Todes gerufen wird, der Esel erzählt vom Einzug in Jerusalem und die Amsel singt das Lied vom neuen Morgen.

 

Die Ziege Flecki erinnert sich an die Geschichten von Abraham

Tschilp: … „War Abraham der erste Staubling, der sich euch Ziegen angeschlossen hat?“, fragte ich.

Flecki hörte auf am Holz zu nagen, und sah mich überrascht an. „Woher kennst Du diesen Namen?“, fragte sie.

„Eine Zebramutter hat davon erzählt. Sie sagte, Abraham war einer der wenigen Staublinge, die Gott vertrauten. Und er habe eine große Wanderung unternommen und ihr Ziegen wärt dabei gewesen.“

„Richtig, das stimmt!“, sagte Flecki. „So lautet die Geschichte unseres Volkes. Wir wollten den Staubling Abraham nicht alleine gehen lassen. Er musste schließlich unterwegs etwas zu trinken haben. Aus unserer Milch konnte er auch Käse herstellen und ihn essen.“ „Und bekam Abraham tatsächlich so viele Kinder, wie die Zebramutter behauptet hat? Wurde er ein großes Volk? Und war eines der Kinder stark genug, den dunklen Herrscher zu besiegen?“, fragte ich gespannt.

„Wir zogen gemütlich nach Westen.“, erzählte Flecki, „Wenn wir kein Futter hatten, sagten wir es Abraham. Dann zogen wir weiter. Unsere Herde wurde immer größer. Aber mit Abrahams Sippe ging es nicht recht vorwärts. Jedenfalls hatte er keine Kinder.“

„Das kann nicht sein!“, sagte ich. „Gott hatte doch versprochen, dass Abraham der Vater eines ganzen Spatzenschwarms werden sollte … eines Menschenschwarmes“, verbesserte ich mich rasch.

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„Ja, schon!“,  sagte Flecki. „Wir hörten einmal, wie er zu seiner Frau sagte: „Wir werden soviel Nachkommen haben wie Sterne am Himmel und wie es Sand in der Wüste gibt. Das hat Gott versprochen.“

Ich glaube der Vater im Himmel wollte, dass Abraham lernte, ihm zu vertrauen. Deshalb hat er ja auch nicht gesagt, wohin die Reise gehen sollte. Und deshalb ließ er ihn auch so lange warten mit den Nachkommen. Den Staublingen fällt nämlich nichts so schwer wie Gott vertrauen.

Das Paradies wiederzugewinnen ist keine Kleinigkeit. Man muss dem Vater im Himmel sehr vertrauen. Wir Ziegen wissen das.“

 

Kilian: Naja, das ganze Buch könnt Ihr ja in den Sommerferien lesen, wenn Ihr auf Reisen seid, so wie die Ziegen, Schafe… und Spatzen. Ich bleibe solange hier und hüte unsere Kirche und wenn Du in Berlin bleibst, komm doch auch her in unsere Kirche.

 

Eure Kircheneule Kilian

 

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Aus: Theophil Tschilp und das Geheimnis der Staublinge,  Rudolf Horn, Kath. Bibelwerk

 

 




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