Liebe Gemeinde!

Das neue Jahr ist ein Monat alt. Die Weihnachtsbäume sind längst entsorgt. Die Krippe verpackt, die Lichterketten und die Sterne sind wieder in der Schublade gelandet. Was ist von Weihnachten geblieben? Diese Frage stellt sich die Liturgie in der Alten Kirche, wenn sie den alten, greisen Simeon und der Prophetin Hanna in die vom Leben getrübten Augen schaut. Die Antwort ist beeindruckend: Meine Augen haben das Heil gesehen. Ein Licht, das die Heiden erleuchtet... und die Prophetin Hanna preist Gott und spricht über das Kind zu allen, die auf die Erlösung warten.

Die beiden Alten sehen in dem Kind das Heil der Welt. Im Rückblick auf ein ganzes Leben sehen sie in dem kleinen Jesus die Berührung Gottes mit der Welt.
Ob ich das Heil in meiner alltäglichen Welt sehen lerne? Ob es gelingt, die Spuren der Liebe Gottes im Jahr 2004 in meiner Umgebung auszumachen?


Mir hilft dabei das Licht einer Kerze. Im Schein des Lichtes ist die LebendigkeSimeonit des Geistes Gottes zu spüren und mir scheint, beim täglichen Gebet das Licht der Weihnacht darin weiter zu brennen. Gott zeigt sich wie er heute Mensch wird. Ja, und dann kann ich vieles als das Heil sehen, das die Menschen erleuchtet: das Lachen des Kindes,
die Freude der Begegnung, das kleine Gespräch, die Geste des Mitfühlens, das Wort der Liebe und des Vertrauens.

 

Die Weihnachtsbäume sind zwar weggeräumt, aber Gott wird trotzdem Mensch. Überall dort, wo wir Menschen heil werden und Heil schenken, wird Gott Mensch. Ich wünsche uns, dass wir nicht erst so alt werden müssen wie Simeon und Hanna, um es zu sehen.

 

Das Fest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn wurde in Jerusalem mindestens seit dem Anfang des 5. Jahrhunderts gefeiert. Es wurde „mit gleicher Freude wie Ostern begangen“ (Bericht der Pilgerin Aetheria). Kerzen segnen und Lichterprozession kamen erst später hinzu.

An diesem Tag, dem 2. Februar „Fest der Darstellung des Herrn“, werden in der katholischen Kirche die Kerzen für das kommende Jahr gesegnet.

 

Das Segensgebet gibt Aufschluss über den Sinn:

Gott, du Urquell und Ursprung des Lichtes, du hast am heutigen Tag dem greisen Simeon Christus geoffenbart als das Licht zur Erleuchtung der Heiden. Segne die Kerzen, die wir in unseren Händen tragen und zu deinem Lob entzünden. Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.

 

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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