Liebe Gemeinde

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In diesem Jahr fallen wir irgendwie direkt von der Weihnachtskrippe in die Faschingsmanege. Der Ostertermin liegt so früh, dass keine Zeit bleibt, die Tannennadeln aus dem Teppich zu sammeln, bevor das Konfetti die Stimmung in der Wohnung zur närrischen Tollheit steigert, um dann in die asketische Realität der vorösterlichen Bußzeit zu fallen. Der äußere Rahmen ist eng gesteckt und erfordert eine gewisse Disziplin, um im Rhythmus der Kirchenjahreszeit mitzuhalten. Selbst auf dem offiziellen Gemeindefaschingsplakat haben sich einige Strohhalme der eben abgebauten Krippe verirrt.

Ist dies wirklich alles so weit auseinander: Menschwerdung, Narretei, Zirkus, Besinnung, Umkehr und Auferstehung?

Da wird Gott Mensch, um uns Menschen zu helfen, Antwort zu finden auf die Grundfragen: Wer bin ich? Woher und wohin lebe ich? Oft gelingt es uns Menschen nicht, diese Fragen zu stellen und noch viel seltener aus den Antworten zu leben. Da wirkt unser Leben wie eine Narretei. Viele Masken und Rollen probieren wir aus bis der Mensch sein wahres Gesicht entdeckt und zur Besinnung kommt. Diese Einladung zur Besinnung wahrzunehmen, werden wir am Aschermittwoch aufgefordert. Mit dem Aschenkreuz werden wir sehr drastisch auf die Lebenszusammenhänge aufmerksam gemacht. Dieser Umkehr zur Lebensmitte, der in das Leiden und in den Tod gehenden Liebe Gottes, werden wir uns stellen müssen. Diese Liebe allein, die durch den Tod geht, hat die Möglichkeit eröffnet, die Schwerkraft des Todes in der Auferstehung zu über­winden. Die österliche Bußzeit lädt uns ein, diesen Weg der Umkehr zu gehen.

Der Künstler Michael Possin malte in sieben Monaten ein Bilderkreuz aus 17 Einzelbildern. Dieses 7,30 m hohe und 4,30 m breite Kreuzkunstwerk wird in der österlichen Bußzeit, so es das Wetter erlaubt, an unserem Glockenturm zu sehen sein. Es soll uns in den verschiedenen Begegnungsszenen das Leiden und die Liebe Jesu, die durch die Dunkelheit des Todes geht und in das Licht der Ewigkeit führt, verdeutlichen. Diese Provokation der Liebe Jesu, soll uns aufmerksam machen, in unserem eigenen Leben, die Umkehr zur Nachfolge Jesu zu suchen. Der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand haben diesem Vorhaben zugestimmt und laden die Gemeinde ein, die österliche Bußzeit als Zeit der Umkehr zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler der St. Marien-Grundschule werden in den wöchentlichen Kreuzandachten einzelne Bilder des Kreuzes betrachten und in ihren eigenen Erfahrungshorizont umwandeln. Das so aktualisiert gestaltete Bilderkreuz wird in der Pausenhalle der Schule zu sehen sein.

Machen Sie sich auch auf den Weg, Ostern zu erreichen. Gehen wir gemeinsam als Gemeinde durch die Zeit der Umkehr und Buße, um im gemeinsamen Unterwegssein die Liebe Gottes zu entdecken. Das wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie sehr.

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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