Liebe Gemeinde

steter Tropfen

Die Tage werden spürbar kürzer. Die umgestellte Winterzeit ändert nur kurz etwas daran. Die Herbstsonne taucht die Natur in goldenes Licht. Die Ernte ist eingebracht.

Wir haben mit einer wunderbaren musikalischen Gestaltung durch das Vokalensemble NEWA im Vorabendgottesdienst, durch die Familienmusik im Familiengottesdienst und im Gemeindegottesdienst um 11.00 Uhr durch die vom Chor unserer Nachbargemeinde St. Joseph vorgetragene G-dur-Messe für Chor mit Instrumenten von A. Caldera, Erntedank gefeiert und, durch unseren Arbeitskreis St. Dominicus initiiert, dabei der Einen Welt gedacht. Ob es gelingt, das Geschenk der Ernte gerecht zu verteilen?

Es fällt uns schon im eigenen Land schwer, Arbeit gerecht zu verteilen. Von einer gerechten Verteilung der Ernte weltweit, sind wir trotz der modernen Informations- und Mediengesellschaft weit entfernt. Dabei scheint die Liste der zu bewältigenden Probleme im Kleinen wie im Großen, nicht abzureißen: Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Gewalt und Terror in Tschetschenien, Palästina und anderen Ortes, hunderte von Kriegen, die keiner zur Kenntnis nimmt, und viel, unendlich viel Armut, die so ausweglos scheint, dass man verzweifeln könnte.

Dieser Blickwinkel lässt unsere Probleme kleiner erscheinen, dennoch müssen sie angegangen werden.

Was kann uns helfen? Zunächst müssen wir unsere Ziele klar formulieren und uns darüber verständigen. Welche Aufgabe und Funktion hat eine Gemeinde oder besser die Kirche hier in der Gropiusstadt? Was ist der Kern unserer Bemühungen? Was ist das Ziel von Kirche? In den Überlegungen zur pastoralen Erneuerung, die in unserem Erzbistum angestoßen sind, müssen wir uns diesen Fragen als Gemeinde St. Dominicus stellen.

Für mich gibt es dabei eine Aufgabe von höchster Priorität. Wie wollen wir die wichtige Botschaft des Lebens und der Liebe Gottes in unserer Lebenswelt, in unseren Familien, in der Gropiusstadt lebendig gestalten und wie in die nächste Generation tradieren?

Das Titelbild macht die Mühe und die scheinbare Ausweglosigkeit des Wassers deutlich, den Stein zu formen. Ähnliches gilt für den Glauben, der unser Leben berührt: unmerklich aber stetig. So sind die vielen kleinen Bemühungen, das Gute in die Welt zu tragen, nicht ausweglos, sondern in Gott gehalten und aufgehoben. Das Wunder der Verwandlung durch Liebe wird geschehen. Es bedarf unser aller Mühe und Offenheit.

Ich wünsche uns die Berührung Gottes, zärtlich, lebendig, stetig wie im Bild des Wassers. Lassen wir uns von Ihm formen, damit in unserer Welt Zeichen der Liebe und Güte und des Friedens sichtbar werden.

Dazu wünsche ich Ihnen in Ihrem persönlichen Lebensalltag die Erfahrung der liebenden Nähe Gottes, herzlich

 

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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