Mariapoli der vietnamesischen Christen in Berlin

Erstmals wurde das jährliche Treffen der jungen vietnamesischen Christen namens „die Hoffnungsgruppe“ in Berlin vorbereitet und fand vom 14. bis zum 17. Juli 2011 in der Gemeinde St. Dominicus statt. Der Name Hoffnung soll das volle Vertrauen auf Gottes Gnade und den Anlass zur Zuversicht erkennen lassen. Dieses Gefühl durften die rund 100 vietnamesischen Christen aus ganz Deutschland, Italien und Belgien jeglichen Alters in den drei Tagen selbst verspüren. Für einige bedeutete dieses Treffen ein erstes Kennenlernen der Gruppe; bereichert und unterstützt wurde die Veranstaltung durch erfahrene deutsche Mitglieder der Fokolarbewegung, die sich vor allem im Dialog mit den Kindern und Jugendlichen engagierten. Zum Auftakt, am Donnerstagabend, wurden die ersten erwartungsvollen Teilnehmer empfangen und das gemeinsame Abendessen leitete schon die Kennlernphase ein. Der anschließende Rückblick mit Fotos und Videos ließ die Atmosphäre vergangener Treffen wieder aufleben: Den einen diente er zur Erinnerung, den anderen zur Einführung in diesen religiösen Austausch. Die nächsten Tage standen unter verschiedenen Leitsätzen und wurden entsprechend vielfältig sowie abwechslungsreich gestaltet und je nach Altersgruppe unterschiedlich umgesetzt. Unverändert jedoch blieb das diesjährige Logo der Veranstaltung, das Symbol der Sonne, deren individuelle Lichtstrahlen einerseits wie der Wille Gottes in unsere Welt strahlt, und andererseits werden durch die Vielzahl der Farben der Strahlen die individuellen Wege jedes Einzelnen mit und zu Gott dargestellt. Im Zentrum der Sonne werden alle schließlich in Gottes Liebe vereint sein. Der Freitag stand unter dem Motto: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ (Mt 6,12). Die jüngsten Teilnehmer lernen, was „Geben“ im alltäglichen Leben für sie bedeuten kann, geben Erfahrungen weiter und setzen ihr Wissen bzw. das neu Erlernte künstlerisch in Form eines Blumen-Bildes um. Die Gruppe der Jugendlichen tauschte sich darüber aus, wie man, besonders als junger Mensch, im Einklang mit dem Willen Gottes leben kann, visualisierte die Ergebnisse in einem Sketch und konnte die gesamten Eindrücke in kleineren Gesprächsrunden vertiefen. Auch die Erwachsenen konnten in kleineren Gruppen ihre jeweiligen Gruppenmitglieder in einem bewegenden Erfahrungsaustausch noch näher kennen lernen: Welche Erkenntnisse, Rückschläge und Enttäuschungen, aber v. a. zufriedenstellende und Hoffnung bringende Erlebnisse haben sie letztendlich dem Willen Gottes näher gebracht? In einem Workshop konnten alle Gruppen ihre Eindrücke der vergangenen Erlebnisse kreativ darstellen: Das Ergebnis waren zumeist tiefgründige Mosaikbilder, die später zu einem guten Zweck versteigert wurden. Der Samstag wurde vom Leitsatz: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38) angeführt und war Chiara „Luce“ Badano gewidmet, die erst kürzlich von der katholischen Kirche selig gesprochen wurde. Ihr tiefer und unerschütterlicher Glaube an Gott und seine Liebe sollte den Teilnehmern dieses Treffen als Inspiration dienen. Ein großes (Bewegungs-)Spiel mit acht verschiedenen Stationen unter freiem Himmel brachte für alle Teilnehmer nicht nur Auflockerung und Freude, sondern auch eine spielerische Annäherung an den ständigen Dialog mit den Mitmenschen und dem 15 Willen Gottes im Alltag z.B. durch das gemeinsame Sticken eines Gemäldes oder das Zusammensetzen von Papierschnipseln durch die einzelnen Gruppen zu einem großen Wandbild, oder „Stille Post“ als Symbol für die Stimme Gottes. Gekrönt wurde das Zusammensein durch den „Bunten Abend“, zu dem sowohl die Allerkleinsten als auch die Grossen zur Freude aller Lieder, Sketche und Tän ze beitrugen. „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,35). In diesem Sinne wurde die Heilige Messe in St. Dominicus gemeinsam mit der dortigen Gemeinde gefeiert. Der Abschied rückte näher. Neben all dem Wehmut stand in einer letzten Gesprächsrunde für viele fest, was dieses Treffen bedeutete. Die Gruppe möchte ihren eigenen Beitrag für den Weg in die Zukunft geben, durch Begegnungen, Dialoge und gemeinsame Initiativen. Die vielfältige Unterschiedlichkeit wird zur gegenseitigen Bereicherung. In Dankbarkeit, dass die Gemeinde St. Dominicus die ideale Rahmenbedingung für das diesjährige Treffen geschaffen hat, verbleiben die vietnamesischen Christen in Berlin mit freundlichen Grüßen.

eine Gruppe junger vietn. Frauen

 

 

vietnamesische Gruppe




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