Liebe Gemeinde

nun dreht sich alles um den Ball und den grünen Rasen. Da gibt es wieder Verkaufsknüller und Bücher, das Gerangel um Eintrittskarten und es heißt:„Die Welt zu Gast bei Freunden.“ Hoffentlich wird dieses Wort Wirklichkeit. Da wird nachgedacht über die richtige Aufstellung, die richtigen Spieler und natürlich auch über die Sicherheit aller. Es werden Prozessionen von Fans vom Bahnhof zum Stadion ziehen, Fahnen schwenkend und Hymnen singend. Alle schauen gebannt auf einen Punkt, den Ball. Stundenlang wird diskutiert und gefachsimpelt. Es wird sich mit der Materie Fußball bis in alle Fasern des Lebens beschäftigt.

Ein bisschen ähneln diese Erfahrungen den Vorbereitungen zum Fronleichnams und Gemeindefest. Wir haben im Pfarrgemeinderat und in einer Arbeitsgruppe überlegt, wer macht mit, wer steht wo, wer übernimmt welche Verantwortung, wie ist die beste Aufstellung der Ministranten, der Musiker, wo geht die Prozession lang, werden Bannerträger dabei sein, werden wir würdig Christus in unsere Welt tragen zum Segen für alle? Wir machten uns Gedanken um das „Rahmenprogramm“. Wird genug zum Essen und Trinken da sein, hat das Orchester alle Lieder drauf? Doch die grenzenlose Begeisterung wie beim Fußball, diese völlige Identität, der hohe Einsatz von Geld, Zeit und Persönlichkeit, die ist bei der Fronleichnamsprozession vermutlich nicht spürbar… oder sind wir Berliner Katholiken eher die mit der leisen Seele?

Christus in unsere Welt tragen und uns von Ihm berühren lassen, das ist nicht nur ein Spiel. Es ist für mich die tiefe Wirklichkeit in Gott zu sein, dies spüren zu dürfen. Durch Seinen Segen erfahren wir dieses in Gott sein sichtbar. Der Sieger steht bereits fest. Es ist der Mensch, der in Gott lebt und handelt.

Der Monat Juni bietet viele Feste, die unseren Glauben lebendig machen. Beim Pfingstfest wurden schon damals die Apostel vom Heiligen Geist ergriffen. Sie öffneten die Türen, gingen hinaus, um allen ihre Begeisterung von Jesus mitzuteilen. Wenn wir in diesem Jahr das ökumenische Fest der Christen in unserer Gemeinde feiern, sollten wir uns an die Begeisterung der Apostel erinnern und unsere Herzen vom Heiligen Geist entflammen lassen. So werden wir Boten der Einheit und der Versöhnung. Das Herz-Jesu-Fest zeigt deutlich, dass unsere Herzen füreinander schlagen, weil Gott die Liebe ist. Das Fronleichnamsfest, das ausdrücklich so gefeiert wird, dass wir auf die Straße gehen und unseren Glauben zeigen, damit alle von den Balkons aus sehen können, da ist was los bei den Christen.

Lassen wir unser Lob Gottes erklingen. Zeigen wir die Nähe der Liebe Gottes den Menschen um uns. Geben wir Zeugnis von unserer Hoffnung, die den Tod besiegt hat und das ist wahrlich viel mehr als Fußball. Möge uns der Segen Gottes dabei ergreifen.

So darf ich Sie und Ihre Familie herzlich pfingstlich grüßen

Ihr Pfarrer




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