Eine Pilgerreise ins Heilige Land - Bericht

Seit ein paar Jahren hegte ich den Wunsch nach Jerusalem zu fahren. Im Oktober  2012 war es dann soweit und ich bin dann mit einer polnischen Pilgergruppe aus der Johannes-Basilika-Gemeinde in das Land von Jesus Christus und seiner Apostel gereist.

In den Jahren davor hatte ich schon verschiedene Pilgerorte besucht, aber ich muss in einem Satz sagen:

Das Heilige Land steht über allen Pilgerorten. Hier war Jesus, hier hat er gelebt, gepredigt, ist gestorben und auferstanden, das spürt man emotional und geistig. Es ist eine Gnade, das erleben zu dürfen.

Anfang des Jahres waren fünf Leute aus meinem Freundeskreis, zugehörig zu unserer Gemeinde Sankt Dominicus, im Heiligen Land und berichteten über ihre Erlebnisse:

Sie haben mit der Pilgergruppe ein Kinderheim in Bethlehem besucht. Bisher gab es nur ein Heim in Jerusalem, das vom Elisabeth-Orden geführt wird. Die Mitschwester Raphaela aus Polen leitet dieses Heim, in dem auch palästinensische Kinder untergebracht sind. Da Israel die besetzten palästinensischen Gebiete zunehmend -  ganz wörtlich - einmauert und damit Einheimische nicht mal eben schnell diese acht Kilometer lange Strecke überwinden können, wurde in Bethlehem ein neues Haus gebaut.

Bethlehem ist von drei Seiten eingemauert, die Grenzbefestigungen und Kontrollen sind scharf und erinnern an vergangene Zeiten des geteilten Deutschlands. Schwester Raphaela ist wegen des umständlichen Weges von Jerusalem nach Bethlehem umgezogen. An einem freien Abhang mit wunderschönem, unverbautem Blick auf Bethlehem liegt das Kinderheim bzw. Waisenhaus. Schwester Raphaela entpuppte sich als energische Dame, 79 Jahre alt, aber mit viel Power. Sie erinnerte wegen ihrer Ausstrahlung an Mutter Teresa: Gutmütig sanft, hart in der Verhandlung.

Die Pilgergruppe war auf solch einen Besuch nicht vorbereitet, aber im Nu wurden vor Ort Geldspenden organisiert und im Hotel haben sie zum Teil ihre Kleidung und Kosmetikartikel zusammengesucht, um diese ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Schwester Raphaela hat die Sachen im Hotel abgeholt. Die Freude war sehr groß, da sie mit so vielen Spenden nicht gerechnet hatte.

In diesem Land gibt es bis heute viel Armut und Leid. Nach vielen Erzählungen von meinen Freunden hat mich die Geschichte so sehr bewegt, dass ich meinem begleitenden Pfarrer, Lech Kandryzki, davon erzählte und unsere Pilgergruppe auch zu einer kleinen Aktion animieren konnte etwas Platz im Koffer zu ,,opfern" und für die Kinder und Jugendlichen vielleicht ein kleines Spielzeug, Kleidungsstück oder Hygieneartikel mit einzupacken. Ich war sehr überrascht wie groß die Anteilnahme war und dass jeder etwas mitgebracht hat.

In dem Waisenhaus durften wir die heilige Messe feiern. In der Kapelle bildete ein Tischchen den Altar und einige Bänke standen ebenfalls schon bereit. Die großen „Kulleraugen“ und das Lachen der Kinder hat uns sehr viel Freude bereitet,

Liebe künftige Pilger, Brüder und Schwestern, wir freuen uns, dass unser Pfarrer Tippelt sich die Geschichte angehört und vorgeschlagen hat, davon kurz zu berichten.

Vielleicht findet ihr auch ein wenig Platz in Eurem Koffer, um eine Kleinigkeit für die Kinder im Waisenhaus mitzunehmen. Über jeden Besuch sind die Schwestern erfreut und wenn eure Reiseplanung keine Zeit zulässt, Schwester Raphaela persönlich zu treffen, hat unser Pfarrer Tippelt die Adresse und Telefonnummer von ihr ausgehändigt bekommen. Es reicht ein Anruf und Schwester Raphaela besucht Euch im Hotel.

Meine Freunde und ich wünschen jedem von Euch eine emotionale und geistige Pilgerschaft.

Hier noch ein persönlicher Tipp für Frühaufsteher: Da ich aus eurem Pilgerprogramm entnommen habe, dass Ihr in der Nähe des Alten Jerusalem übernachtet, besucht die Grabeskirche um 05.00 Uhr, es findet jeden Morgen eine Heilige Messe direkt am Grab statt.

Eine Pilgerin aus der polnischsprachigen Gruppe

 

 




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