Dankesworte von Frau Dorschfeldt

nach der Preisverleihung

Dreikönigskitapreis
Wir freuen uns sehr und sind sehr stolz, hier heute den Drei–Königs-Preis vom Diözesanrat entgegennehmen zu dürfen.

Drei-Königs-Preis dieser Titel drückt sehr schön die Situation in unserer Kindertagesstätte aus.

Viele von den Kindern in unserer Kita haben Eltern, die von sehr weit herkommen, die sich irgendwann einmal auf den Weg gemacht haben, weil die Sehnsucht sie lockte nach einem anderen und besseren Leben. Das haben sie mit den Drei Königen gemeinsam. Diese Eltern haben oft ein sehr schweres Schicksal im Reisegepäck. Sie haben viele körperliche und seelische Verletzungen erlebt und all das braucht Zeit zu heilen. Bis zum Ankommen, bis zu einem neuen Zuhause bei uns in der Gropiusstadt ist es oft ein langer und auch schmerzlicher Weg gewesen.

Wir werden Anlaufstelle, wir versuchen zu verstehen und zu helfen – jeden Tag neu.

Wir erfahren etwas über Schicksale, die man sich kaum vorzustellen wagt und verstehen unsere Kinder wirklich, wenn wir etwas über ihre Eltern erfahren. Erst dann können wir mit ihnen arbeiten und sie durch den Tag und durch ihre Kindergartenzeit begleiten.

All das schlägt sich in keiner Statistik nieder. Mit Müttern zu reden, die nicht schreiben und lesen können und die es nur sehr schwer zugeben können, dass es so ist. Eltern, die auf dem Vietnamschiff Cap Anamur waren, Eltern, die vor dem Bürgerkrieg von Nigeria, Sierra Leone und Sri Lanka geflüchtet sind und Väter, die in der Türkei im Gefängnis saßen, gefoltert wurden, weil sie Kurden sind.

Wir haben auf unsere Kinder reagiert, wir haben nachgespürt, um herauszubekommen, was unsere Kinder brauchen und haben zwei Projekte ins Leben gerufen:

„Ohne Wurzeln keine Flügel“ und

„Lernen vom ersten Tag an“.

Kinder können nur, wenn sie angekommen sind,  wenn sie sich „heil“ fühlen, lernen.

Es geht dabei nicht um schreiben oder lesen, das kommt viel später. Es geht um die Offenheit, die Kinder brauchen, ohne Spannungen und Ängste freudig durchs Leben zu gehen und all die vielen Dinge aufzunehmen, die sich ihnen in ihrem Alltag bieten.

Mit unserem Konzept können Kinder dauerhaft gefördert werden und durch die Einbeziehung des individuellen, sozialen Hindergrundes können auch die Ursachen von Chancenungerechtigkeit ausgeglichen werden.

Wir versuchen jeden Tag, den Kindern einen guten Boden zu bereiten, damit sie in unsere Kirche und in unsere Gesellschaft gut und stabil hineinwachsen können.

Ich danke Ihnen sehr.

Theresia Dorschfeldt, Kita-Leiterin




Show details for Alle Dokumente in dieser RubrikAlle Dokumente in dieser Rubrik