Martinsgans, Franziskushof und Sonne

Senioren auf Tagestour

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Mit der Sonne am Himmel und im Herzen begaben sich siebzig Senioren heute morgen (13.11.08) auf den Martinsumzug ins Brandenburger Land. Über die Autobahn A100 und die B96 ging es vorbei an Oranienburg und einem  ehemaligen Truppenübungsplatz nach Gransee. Die Betonung liegt auf Gransee, so die Einigung nach längerer Diskussion. Schon von Weitem grüßten uns die beiden Kirchtürme der Stadtkirche, mit unterschiedlich gebautem Abschluss. Der eine aus Holz, der andere aus Stein. In Gruppen aufgeteilt, erklärte uns zum einen Frau Seemann aus der ev. Gemeinde Gransee mit herzerfrischenden Worten die Geschichte der Kirche St. Marien, zum anderen unser Herr Steiof als Heimatkundler auf einem Stadtrundgang die von einer fast erhaltenen Stadtmauer umgebene Stadt. Wir alle hätten noch viel länger den Ausführungen zuhören können, wenn nicht Herr Jüngling zum nächsten Programmpunkt gedrängt hätte. Wir besuchten die katholische Gemeinde Maria Himmelfahrt. Hier empfing uns ganz herzlich Herr Pfarrer Weyers. Als Unruheständler hilft er dem Gemeindepfarrer von St. Hedwig in Fürstenberg, den Gottesdienststandort Gransee seelsorglich zu betreuen. In der kleinen und Wärme ausstrahlenden Kirche erzählte er uns die Geschichte der Gemeinde. Unter anderem trugen polnische Schnitter zum Leben der Stadt Gransee und Gründung  der Gemeinde Maria Himmelfahrt bei. Im Laufe der Geschichte beklagte die Gemeinde drei Menschen, Märtyrer, die durch den Terror der Nazis und die Wirren nach 1945 umgebracht wurden. Nicht weit von Gransee befanden sich die KZs Ravensbrück und Sachsenhausen. Auch der SED - Staat gab seinen Beitrag zur Säkularisierung der Region. Heute ist die Gemeinde durch die Diaspora geprägt. Viele junge Menschen wandern aufgrund der nicht vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten ab. Die Sparmaßnahmen unseres Erzbistums verbessern das Gemeindeleben auch nicht. Trotzdem strahlte Herr Pfarrer Weyers und trug mit seinem von Humor getragenen Berichten zu Hoffnung und Zuversicht in unserer Kirche bei. Mit einem Mittagsgebet (der Gänsebraten sollte nicht kalt oder trocken verspeist werden) verabschiedeten wir uns aus Gransee und fuhren zum Franziskushof bei Zehdenick.

Hier wurden wir herzlich von Menschen empfangen, die schon einmal oder des Öfteren am Abgrund unserer Gesellschaft standen. Es war kein xxx Sterne - Restaurant, in dem uns der Gänsebraten serviert wurde. Doch Hut ab vor Menschen, die als Laienköche uns so ein hervorragendes bürgerliches Mahl bereiteten. Laut Aussage des jetzigen Leiters dieser Einrichtung ist die Weiterführung des Projektes  „Jeder, der auf dem Hof leben möchte, muss sich nach seinen Fähigkeiten an den Arbeiten im Haus, im landwirtschaftlichen Betrieb und in der Klosterstube beteiligen, um sich in die Hofgemeinschaft einzubringen und nicht auf Kosten der Gemeinschaft zu leben“ sehr, sehr gefährdet. Mit dem Gänsebraten, dem Rot- oder Grünkohl und verdauenden Getränken im Magen fuhren wir nach Henningsdorf zur Pfarrei Zu den heiligen Schutzengeln weiter. Leider reichte dort die Zeit nur zum Kuchenessen. Dank an den Koch unserer Gemeindeküche, der uns einen schmackhaften Kuchen zubereitet hatte. Nach einem schönen und lebhaften Seniorenausflug kamen wir etwas müde um 18.00 Uhr in St. Dominicus wieder an. Dank allen, die diesen Ausflug vorbereiteten.

 

N. Jüngling

 

 




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