Liebe Gemeinde im März 2007

Der Fasching hat sich ausgetobt und in der Neuköllner Südkurve haben wir die Fußballweltmeisterschaft schon mal stimmungsmäßig ausprobiert. Allen, die dieses Fest vorbereitet und zum Gelingen der frohen Tage für Groß und Klein, Alt und Jung beigetragen haben, sei herzlich Gott vergelt´s gesagt.
Herz
Der März hat begonnen und mit dem Aschermittwoch die österliche Bußzeit. „Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ Dieser Realismus holt uns ein. Er klingt brutal und alles wehrt sich in mir. Das kann doch nicht alles sein. Soll das Leben nur dazu da sein, zu zerfallen und ins Leere zu laufen? Angesichts dieser Leere und Sinnlosigkeit öffnet sich ein neuer Sinn im Angesicht Gottes. In der Dunkelheit des Staubes regt sich in mir die Gewissheit geliebt zu sein, jenseits des Zerfalls. Ich spüre die Hoffnung, in der Liebe Gottes zu sein. Dieser
Ursprung des Lebens weckt und nährt in mir das Wissen, dass die Liebe der Zielpunkt des Daseins jenseits des Staubes ist. Diese Lebendigkeit reicht bis in die Ewigkeit und schenkt mir die innere Klarheit, in Gott geborgen zu sein.
Wir haben Bruder Emil zu Grabe getragen und in der Auferstehungsmesse wurde die Hoffnung sichtbar, im Tod in Gott zu leben. Der vor unserer Altarwand aufgebarte Sarg stand symbolhaft vor dem Osterkreuz mit der Bitte um Einlass in die Ewigkeit. Christus hat durch sein Kreuz uns die ewige Liebe Gottes in eine Lebenswirklichkeit geöffnet, die bis in unsere gebrochene und unvollkommene Existenz reicht. Es gibt die Möglichkeit, mit der Ewigkeit alltäglich zu leben. Sie macht unser Leben reich und zeigt, dass wir von Gott geliebte Menschen sind. Er gibt uns dadurch eine Würde, die den Staub
übersteigt und uns mit ewiger Lebendigkeit krönt.
Die österliche Bußzeit lädt ein, diese Perspektive in den Blick zu nehmen. Wir werden unser österliches Altarkreuz verhüllen durch Darstellungselemente, die das menschliche Handeln, Tun und Denken symbolisieren. In Kreuzform werden die fünf Wundmale Jesu sichtbar. Die Zeichen sind für sein Engagement in Wort und Tat, in Bewegung und Liebe, in Fühlen und Denken. Wir sind aufgerufen, unser Leben auf Ihn hin neu zu interpretieren. Wir sind angehalten, unser Leben mit ihm neu zu gestalten. Wir sind eingeladen, unser Leben in seinen österlichen Horizont hineinzustellen.
Wenn wir uns auch nur ansatzweise darauf einlassen, werden wir seine Liebe spüren, die die Angst und den Tod besiegt und uns in den Horizont der göttlichen Liebe stellt. Sie vermag uns zu heilen an Leib und Seele. Sie vermag unser Leben neu zu gestalten. Versöhnung wird möglich. Umkehr ist eine Freude und unser Miteinander bekommt die Fröhlichkeit des Himmels.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie den Mut, die Chancen der österlichen Bußzeit zu nutzen und den Alltag im Glanz der Liebe Gottes neu zu beleuchten.
Herzlich
Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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