Nachruf +Daniela Woike

Engel sieht man eben nicht...

Daniela Woike
Ein Engel in der U-Bahn!

Es begab sich um die Weihnachtszeit! Ein Engel fuhr die U-Bahn in Gestalt eines U-Bahn­schaffners! Nicht sehr glaubwürdig??

Doch!! Denn in meinen fast 50 Jahren U-Bahn-Fahrens ist mir so etwas noch nie passiert! Folgendes:

Ich gehe die U-Bahntreppe Lipschitzallee herunter; an mir rennt das Volk – nachdem es die U-Bahn erblickte – wie in Panik vorbei (es könnte ja die letzte sein, hat man manchmal den Eindruck) und erreicht zufrieden die U-Bahn!

Derlei Leistungen lassen mich unbeeindruckt. Dass an mir alles vorbeirennt, daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Mir fährt jede U-Bahn weg, na und? Ich sage mir, ich habe Zeit, ich muss gar nichts mehr! Auch ich gehörte früher zu der Sorte Mensch, die immer irgendwo zu rennen hatte! Wenn ich nur an die drei Bushaltestellen denke, die ich oft früher zur Arbeit lief, um den Fahrschein zu sparen!

Aber zurück zum U-Bahnsteig: Als auch ich hier ankomme, steht die Bahn noch; die Türen sind offen, der Bahnsteig aber schon menschenleer. Da wage ich nicht mehr einzusteigen. Gehe nach vorn, weil ich vorne aussteigen, muss und stehe da! Inzwischen leuchten auch schon die roten Lämpchen an den Türen, die sich auch gleichzeitig schließen. Aber merkwürdig, die U-Bahn fährt nicht ab! Sie steht.

Plötzlich geht die Tür zur Fahrerkabine – und die anderen Türen – wieder auf! Ich dachte mir, na nu, weit und breit nichts zu sehen??  Da erscheint der Fahrer in seiner Tür, schaut mich an und fragt, ob ich noch zusteigen wollte?? Ich dachte mir, das gibt es doch nicht - und ..... stieg ein!

Die Frau, die mir in der U-Bahn gegenüber saß, sagte, so etwas hätte sie noch nicht erlebt! Parchimer Allee, wo ich ausstieg, wollte ich ihm noch eine DANKE zurufen – aber, ich habe niemanden gesehen! Engel sieht man eben nicht!

Dezember 2002, Daniela Woicke

 

 

 

Es ist schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Aber, es ist gut zu erfahren, wie viele ihn gern hatten.

Danke

für die vielen Beweise herzlicher und liebevoller Anteilnahme, den Trost in Wort und Schrift beim Abschiednehmen unserer lieben Mutter

Daniela Woicke.

Im Namen aller Angehörigen: Brigitte Drescher und Andrea Wowra

Berlin-Britz  im Dezember 2009

 

 




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