Auf den Spuren des Apostel Paulus  und

den Christen in Kappadokien

Apg 11, 25-26: Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.

 

Am 04.10.2011 um 08.45 Uhr trafen sich 33 Reiselustige aus St. Dominicus und anderen Gemeinden am Flughafen Tegel, um sich gemeinsam auf die Reise in die Türkei zu begeben. Nach einigen Stunden Flug mit Umsteigen in Istanbul kamen wir um ca. 18.20 Uhr in Adana an. Dort begrüßte uns unser Reiseführer Erdem und der Busfahrer Osman. Von Adana ging die Fahrt nun mit dem Bus weiter nach Antakya, wo wir um ca. 21.45 Uhr unser Hotel erreichten.

 

Der nächste Tag begann dann gleich mit einem Highlight; ein Gottesdienst in der Petrus-Grotte im heutigen Antakya, dem damaligen Antiochia am Orontes . Die Petrus-Grotte ist der Überlieferung nach der Ort, wo sich die erste christliche Gemeinde versammelte. Viele frühere Kirchen sind in der Türkei in ein Museum umgewandelt worden, so auch diese Grotte. Dadurch hatten wir während unseres Gottesdienstes dort mehr oder weniger respektvolle Zuschauer.

 

Anschließend fuhren wir ins Archäologische Mosaikmuseum in Antakya. Antakya gehört erst seit 1939 zur Türkei. Unser Reiseleiter Erdem zeigte uns Antakya und danach konnten wir individuell auf Tuchfühlung mit dieser kosmopolitischen Stadt gehen. Die Menschen dort sind sehr (gast)freundlich. Man wird schnell zu einem Tee eingeladen, einfach so. Danach ging unsere Fahrt weiter nach Samandağ, dem früheren Seleuzia, von wo aus Paulus seine 1. Missionsreise begann. Wir besichtigten den Titus-Tunnel und Überreste antiker Gebäude. Nach einer kleinen Pause in einem Café und am Strand machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zurück nach Antakya. Dort hatte Erdem für uns eine Überraschung. Wir besuchten eine syrisch-orthodoxe Gemeinde. Die Informationen waren sehr interessant, zumal wir erfuhren, dass die Türkei jetzt den Christen etwas mehr Freiraum einräumt. Danach fuhren wir wieder zu unserem Hotel zurück. Während der Reise lernten wir auch den Unterschied zwischen türkischem und deutschem Zeitgefühl kennen. So hieß es oft: Wir machen jetzt eine Pause von z. B. 10 Minuten und 8 Sekunden. Diese 8 Sekunden standen dafür, dass es auch länger als 10 Minuten sein kann.

 

Kappadokien1

 

Am nächsten Tag fuhren wir nach der Morgenandacht nach Iskenderum, dem früheren Alexandria und besuchten dort die armenisch-orthodoxe Kirche. Danach ging die Fahrt weiter nach Tarsus, dem Geburtsort von Paulus. Wir besuchten dort u. a. den Paulus-Brunnen und die römische Straße. Das alte Tarsus liegt unter dem heutigen Tarsus. Der Paulus-Brunnen ist ein Ort, wo sich früher Christen getroffen haben. Eine Andacht in der Paulus-Kirche bildete den Abschluss in Tarsus. Anschließend fuhren wir weiter nach Kappadokien, einem weiteren Höhepunkt unserer Reise. Die Landschaft Kappadokiens gehört inzwischen zum Weltkulturerbe und ist einmalig. Es ist eine wunderschöne Region, die man wirklich erlebt haben muss.

 

An den nächsten beiden Tagen machten wir uns auf Entdeckungsreise durch Kappadokien. Ganz Ungeduldige erkundeten Kappadokien bereits am frühen Morgen per Ballonfahrt. Dies war für diese Teilnehmer DAS Highlight. Gemeinsam besuchten wir per Bus u. a. das Freilichtmuseum in Göreme, wo wir alte Kirchen sahen, noch aus der byzantinischen Zeit. Damals hieß der Ort Matiana. Das griech. Wort für Augen ist matia. Vielleicht hat es daher auch seinen alten Namen, weil es viele Löcher in diesen Höhlen gibt. Wir besuchten auch die unterirdische Stadt Kaymakli, in der früher Menschen lebten, und sahen verschiedene Kirchen und Täler mit besonderen Felsformationen. Weitere Höhepunkte waren ein Besuch bei Ayse, einer Frau, die durch die türkische Presse bekannt ist für ihre freundliche und emanzipierte Art, sowie der Genuß eines kappadokischen Weins mit dem Namen Emir bei herrlichem Panoramablick auf die kappadokische Landschaft.

 

Kappadokien2

 

Nach 2 Tagen Kappadokien führte uns der Weg nach Konya. Unterwergs dorthin besichtigten wir in Sultanhani eine Karawanserei. Hier übernachteten früher die Handelsleute. Eine Karawanserei gab es etwa alle 40-60 km, da ein Kamel nicht länger Lasten tragen konnte. Angekommen in Konya besuchten wir das Mevlana-Kloster, das heute ein Museum ist, und die Aladin-Moschee. Erdem erklärte uns dort einiges zur Gebetstechnik. Ein besonderes Erlebnis war ein Gottesdienst in der Paulus-Kirche in Konya, die von 2 italienischen Ordensschwestern betreut wird. Konya ist die strengste muslimische Stadt der Türkei. Auch hier überraschte uns unser lieber Erdem. Er machte das schier Unmögliche möglich und organisierte eine Gruppe musizierender und drehender Derwische. Dieses Erlebnis war für uns sehr beeindruckend. Durch das Drehen schalten die Derwische ihr eigenes Ich aus und befinden sich in einer anderen Dimension, durch die sie sich Gott nähern.

 

Der nächste Tag brachte uns nach langer Busfahrt nach Yalvac, dem früheren Antiochia in Pisidien. Hier besuchten wir eine sehr große Ausgrabungsstätte. Da Familie Ritter an diesem Tag ihren 31. Hochzeitstag feierte, begingen wir diesen mit einer Segensandacht in einer alten Synagoge, die auch zum Ausgrabungsgelände gehört und eine Ruine ist. Schließlich fuhren wir unserem letzten Reiseziel, Antalya, entgegen.. Da es unterwegs sehr stark regnete, verschoben wir unsere Sightseeingtour auf den nächsten Tag. Nach der Sightseeingtour durch Antalya ging es weiter zum Flughafen, von wo wir aus wieder die Heimreise antraten.

 

Diese Reise wird uns noch sicher sehr lange beschäftigen, da wir sehr viel erlebt haben und viele neue Eindrücke erhielten.

Angelika Wnuk / Tanja-Maria Scheffler

 

 

P.S: Dieser Bericht wurde im Konyali in Kreuzberg bei einem Ekmek und türkischen Getränken verfasst. Ekmek haben wir während unserer Mittagspause in Konya kennengelernt.

 

 




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