Liebe Gemeinde

Die Temperaturen sind gesunken. Das Wasser der Flüsse und Seen ist gefroren. Die Schlittschuhe unter den Füssen, stehe ich noch etwas wackelig und beginne mich langsam auf dem Eis sicher zu fühlen. Die spiegelglatte Fläche, unberührt im Sonnenlicht, klingt unter den Kufen. Die Geschwindigkeit nimmt zu. Die Silhouette der Stadt wirkt aus der Schlittschuhperspektive neu und doch bekannt. Noch ein winterliches Erlebnis. Es hat geschneit. Alles ist mit einer malerischen weißen Schneedecke bis ins Detail verhüllt. Jedes noch so kleine Zweiglein wird zum Träger der weißen Last. Unberührt sind die
Wege. Meine Spuren, die ich hinterlasse, wirken unpassend in diesem Idyll. Alles hat ein neues Gesicht bekommen. Die Freude der Kinder ist groß. Schneebälle fliegen durch die Luft und zerbersten pulvrig auf den Rücken und Mützen der Kinder.

Der Winter verändert die Licht-, Raum- und Sichtverhältnisse. Vieles wird zugedeckt, anderes betont. Bekanntes bekommt dadurch eine neue Perspektive. Alles wirkt verändert und liebevoll verzaubert.

Es kann ein Bild und eine Ermunterung sein, das eigene Leben in einem anderen Licht und mit anderen Augen anzu­schauen. Wie ist es, wenn ich mein Leben mit den Augen Gottes betrachte? Lassen Sie dieses Gedankenspiel einmal zum Gebet werden. Ich kann mich fragen: Wie sehen die Menschen, mit denen ich zusammenlebe, in den Augen Gottes aus? Wie sieht er sie und wie sieht er mich? Welche Farbe und welche Form hat mein und ihr Denken und Tun in Gott?

Gottes Sicht der Menschen und Dinge ist zeitlos und voller Liebe. Sein Verständnis für meine Unvollkommenheit und Unfertigkeit ist vollkommen. Das macht ihn so nah, liebevoll und alles verwandelnd.

Gottes vollkommenes Verständnis für meine Unvollkommenheit ist ein tiefer Trost und zugleich eine provozierende Herausforderung. Es motiviert mich selbst, Verständnis zu entwickeln und verstehend zu handeln. Seine Perspek­tive auf mein Denken, Reden und Tun belebt und verzaubert mein Leben mit
Ewigkeit.

Das Wasser verzaubert als Eis und Schnee die Welt. Gott verändert durch sein Angesicht - durch sein mich Ansehen, durch seinen Blick auf mich, mein Leben liebevoll. So bemerke ich, in der Perspektive von und zu Ihm, mehr Zusammenhänge, andere Zeiträume und weite meinen Blick ins Unendliche. Angesichts seiner Nähe verändert sich alles geradezu zauberhaft.

Lassen Sie sich von der Nähe Gottes berühren. Mit den Augen Gottes in die Welt zu blicken, verändert das eigene Leben enorm. Die Wertigkeiten verschieben sich und das wirklich Wichtige wird sichtbar. Es ist eine gute Orientierung im Angesicht des Herrn das eigene Leben zu betrachten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie bei diesem verzaubernden Ausflug in das Ansehen Gottes viel Phantasie und Kreativität, Mut zu Neuem und Geduld.

Herzlich Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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