Das Wort auf 88.8 am 5. So im Jk B  (mp3-download)

Er ging zu ihr, richtete sie auf und hielt sie bei der Hand  Mk 1,31 ff

1:30 Und die Schwiegermutter Simons lag und hatte das Fieber; und alsbald sagten sie ihm von ihr.
1:31 Und er trat zu ihr und richtete sie auf und hielt sie bei der Hand; und das Fieber verließ sie, und sie diente ihnen.
1:30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,
1:31 und erging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie aut Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

Es ist Winter. Der See ist dick zugefroren. Wir sind mit den Kindern auf dem Eis und tummeln uns. Die Sonne scheint und der Frost zwickt in der Nase. Ausgelassen können wir spielen. Es ist genügend Platz. Voller Begeisterung rutschen und schliddern die Kinder über die spiegelglatte Fläche. Das Glück strahlt aus den Kinderaugen.

Zur Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion fahren wir seit Jahren mit den Kindern unserer Gemeinde für ein paar Tage weg. Die Freude mit den Kindern in den Ferien ist bei den Jugendlichen und Katechetinnen groß. Wir leben miteinander und entdecken die verborgene Gegenwart Gottes.

Wir spüren, wie die Liebe zu uns kommt, uns aufrichtet und uns bei den Händen hält. Jedes Kind bringt seine ganze Lebensgeschichte mit. Manchmal kann ich sie hören

„Meine Eltern streiten sich immer. Dann gehe ich weg und weine...“

„Meinen Vati den sehe ich ganz selten. Er ist nie da. Er hat auch Mutti verlassen. Ich glaub der mag uns nicht mehr.“

„Wenn mein Vati getrunken hat, ist er immer ganz laut und schreit uns alle an. Dann hab ich Angst.“

„Meine Mutti ist an einer schlimmen Krankheit gestorben. Jetzt ist sie bei Gott und passt von da auf mich auf...“

Wenn Kinder ihr Herz soweit öffnen und ihre Not sagen können, spüre ich die bittere Wahrheit dieser Geschichten. Ich merke auch, dass das kleine Kinderherz endlich einen Ort hat, seine Not zu sagen und gehört zu werden, angenommen zu sein, gehalten in Liebe. Wir lernen es Gott zu sagen und seine Nähe ist in unserem Beten spürbar. Er kommt und richtet uns auf. Er hält uns bei der Hand. Wir sind in ihm geborgen.

Eine große Last fällt ab und lässt Freiheit aufstehen. Die Aggression weicht. Auch schwierige Kinder zeigen ihre liebevollen Seiten und die Gemeinschaft wächst. Manch Dunkles verfliegt. Das Licht der Liebe erreicht das Herz. Das Glück ist spürbar.

Wenn die Situation oft im Konkreten auch nicht geändert werden kann, bleibt die Erfahrung bei Gott angenommen zu sein. In seiner Gegenwart und in seiner Hand gehalten, können wir unser Leben besser verstehen und annehmen. Wir sind nicht mehr allein. Von seiner Hand gehalten, werden wir geheilt.

In den katholischen Gottesdiensten wird am heutigen Sonntag eine Heilungsgeschichte erzählt:

Die Schwiegermutter Simons lag und hatte das Fieber; .. . . Jesus trat zu ihr und richtete sie auf und hielt sie bei der Hand; und das Fieber verließ sie.

Das Wunder der haltenden Hand Gottes gibt es heute wie damals. Auf unserer Fahrt konnte ich es des Öfteren spüren.

Jesus kommt in unser Leben. Er richtet uns auf. Er hält uns bei der Hand. So werden wir Heil.

Vielleicht finden auch Sie den Mut Jesus an sich heran zu lassen. Er ist die Liebe. Sie richtet uns auf und hält uns bei der Hand. In dieser Geborgenheit Gottes weicht die Angst, die Einsamkeit, die Gewalt, die Verzweiflung. In dieser Geborgenheit Gottes geschieht das Wunder der Gemeinschaft: Kommunion.

Sei gewiss: Er geht auch zu dir, richtet dich auf und hält dich bei der Hand

Bertram Tippelt, Pfarrer




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