Liebe Gemeinde

hunderte von Fäden durchziehen unsere Kirche. Mühsam war es, sie anzubringen. Sie verdeutlichen eine für die Augen nicht begreifbare Wirklichkeit: Das Kommen Gottes zu uns Menschen.
Da kommt das Licht auf vielen kleinen Bindfäden aus dem Himmel über den großen Leuchter zu uns in die Kirche direkt vor den Altar in die Krippe. Die Engel erzählen und deuten das Licht als Botschaft der Ewigkeit. Sie sagen: Gott wird Mensch mitten in unserer Welt. Er bringt Licht in das Dunkel unserer Tage. Er vermag mitten im Streit Versöhnung zu stiften; mitten im Krieg Frieden zu bringen; mitten im Tod die Ewigkeit der Liebe und des Lebens zu eröffnen. Wenn dieses idyllische Bild der Krippe als Menschwerdung Gottes doch in unserer Welt wirklich werden würde. Wenn wir Menschen begreifen könnten, dass wir es sind, die die Welt gestalten. Wenn es gelingen könnte, den Frieden, die Gerechtigkeit und die Freiheit in die Herzen der Menschen zu pflanzen und zum Lebensmotor zu machen. Wenn es doch gelingen könnte, alle Menschen zur Achtung und Wertschätzung des Nächsten zu bewegen. Wenn es doch gelingen könnte, alle Völker der Erde zum Frieden zu bewegen. Wenn es doch gelänge, alle Menschen zur Liebe zu bewegen; dann würde Gott Mensch sein auf unserer Erde, dann wäre der Himmel auf die Erde gekommen und das Reich der Liebe wäre Wirklichkeit. Die Prophetie des Jesaja wäre nicht nur ein schönes Bild, sondern die Realität hätte es eingeholt.
Wir leben aber inmitten einer Welt, in der dieser Traum der Liebe nur in Ansätzen zu spüren ist. Die Wirklichkeit der ungerechten Gewalt, des Krieges und des Terrors sind tägliche Nachrichten, die unsere Wohnungen erreichen. Wir leben in einer gebrochenen, unvollkommenen Welt und tragen auch durch unsere Halbherzigkeiten, unsere Unvollkommenheiten dazu bei, dass eine Änderung dieses grundsätzlichen Missstandes nicht möglich zu sein scheint.
Seit der Menschwerdung Gottes in Jesus können wir die Unerlöstheit mit der realen Hoffnung verbinden, dass Gott diese Gebrochenheit der Welt und die Unvollkommenheit des Menschen in der Menschwerdung bis zum Kreuz selbst durchlebt, uns seine Solidarität zeigt und diese Welt erlöst, vollendet und befreit. Er ist in diesem Sinne wirklich Retter, Heiland und Messias, auch heute für jeden von uns.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen solchen Lichtstrahl der Liebe Gottes in Ihre Wohnung, in Ihr Leben und in Ihr Herz. Das Licht der Heiligen Nacht leuchte für Sie im neuen Jahr 2007 als Wegweiser der Hoffnung und der Liebe, die Sie tragen und schützen möge.

Herzlich Ihr Pfarrer Bertram Tippelt

Augenblicke2006

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