Liebe Gemeinde

Magdalenakl

Halleluja – Christus ist auferstanden! Es ist eine erschütternde, für alles Leben bedeutsame und gleichzeitig unfassbare Botschaft. Maria Magdalena, voller Liebe für den hingerichteten Jesus, spürt in ihrer Verwirrung, im Angesicht des offenen Grabes, dieses großartige Geschehen als Wunder der Lebenswandlung.

Das Licht der Ewigkeit strahlt ihr entgegen und stellt alles andere in den Schatten der aufgehenden Sonne. Die Gräber der Geschichte, der Kriege und Katastrophen, der Tode unseres Lebens, brechen auf und werden zum Blütenfeld der liebenden Rose Gottes.

Maria Magdalena hat durch ihre Liebe die Möglichkeit, die Ewigkeit als die nie versiegende Liebe wahrzunehmen. Sie kann die Ewigkeit mit den Augen der Liebe, die den Tod überwindet, sehen; besser, hautnah ganzheitlich erfahren. Im Titelbild von Sieger Köder, dem katholischen Künstler-Priester, der mit seinen starken Bildern predigt, können Sie es in den Augen, der in das Rot der Liebe gehüllten Maria, sehen.

Ich werde als Betrachter herausgefordert: Habe ich die Auferstehungswirklichkeit hinter mir oder in mir? Maria sieht mich an und ich weiß nicht, ob sie den Auferstandenen in meiner Seele oder hinter mir oder hinter meinem Leben als den alles tragenden Lebensgrund betasten möchte?

Ostern ruft uns allen zu: Christus ist auferstanden. Der Tod ist besiegt.

Dies gilt für jeden Menschen seither, für Sie, für mich. Ist mir die Bedeutung für mein Leben bewusst? Kann ich mich auf diese Wirklichkeit meines Lebens einlassen? Ich trage die Wirklichkeit der Auferstehung an meinem Leibe, in meiner Seele. Mein Glaube sagt mir: Du kannst deinen Tod belächeln, weil er schon besiegt ist.

Ostern ist nicht damals. Ostern ist heute. Wir feiern im Tod und in der Auferstehung Jesu unseren Tod und unsere Auferstehung. Er erlöst uns wirklich heute.

Ostern ist ein das Leben in die Wirklichkeit Gottes hinein wandelndes Geschehen. Wenn ich mich darauf einlasse, wird sich mein Leben ändern. Aus Ratlosigkeit wird Wegweisung, aus Hass wird Versöhnung, aus Krieg Frieden, aus der Zuwendung Gottes erwächst die Würde des Menschen. Aus dem Tod wird Leben.

Die Perspektive meines Alltags wird in diesen Horizont Gottes gestellt und bewertet alles neu. Das ist eine Herausforderung für mein Handeln. Mit der österlichen Erfahrung schaue ich in leere Gräber, offene Türen, in versöhnte Herzen, durch die Eucharistie zu Christus in unsere Zukunft der Liebe Gottes. Es ist wie Frühling, Aufbruch in eine neue Lebensdimension, in die Gegenwart Gottes hinein.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten auch denen, die wir sonst vergessen möchten, weil sie unser Leben schwer machen, die Freude der Auferstehung. Herzlich

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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