Liebe Gemeinde

WJTGäste

Die Bilder vom Eintreffen des Papstes in Köln zum Weltjugendtreffen flimmern gerade über den Bildschirm. Begeisterte, junge Menschen aus aller Welt geben ihrer Sympathie und ihrem Glauben einen beeindruckenden Ausdruck. Die Stimmung ist mitreißend und jeder Außenstehende schüttelt bisweilen verständnislos den Kopf. Die Kraft, die in der lebenssinnstiftenden Botschaft Jesu liegt, wird spürbar und Grund zum Fest. Dabei kristallisiert sich - gewollt oder unbeabsichtigt - in der Person des Papstes die Hoffnung, in Christus das Sinnziel des Lebens erkannt zu haben. Der sprachen- und völkerverbindende Geist Gottes wird spürbar. Dieser Grund zur Freude bricht bei den feiernden Jugendlichen durch und ist so ansteckend. Von dieser Erwartung und Aufregung junger Menschen durften wir als Gastgeber der 127 chilenischen Mädchen aus Santiago de Chile etwas erfahren. Allen Gasteltern und allen, die unermüdlich mithalfen bei der Organisation, der Verpflegung, des Nachtcafés, der Stadt- u. Museumsführungen, bei den Gebeten, Gottesdiensten und Aktionen und bei den vielen unerkannten Kleinigkeiten sei herzlich Gott vergelt´s gesagt. Gäste sind ein Segen, das ist allen klar geworden. Mitten in diese inspirierende Stimmung trifft die Nachricht vom gewaltsamen Tod Frère Roger Schutz. Der spirituelle Führer, der mit seiner ökumenischen Ordensgemeinschaft von Taizé im Gebet und im theologischen Dialog die Kirchenspaltung zu überwinden suchte und für Versöhnung und Frieden lebte, der die Jugend der Welt auf eindrucksvolle Weise Jahr für Jahr zu Hunderttausenden versammelte und in allen Sprachen das Gespräch über Jesu Wort buchstäblich unter jedem Baum anstieß, fand gewaltsam den Tod beim Nacht­gebet.

Es scheint ein unversöhnlicher Kontrast – der Weltjugendtag mit seiner Papst-Party-Stimmung und der Mord an Frère Roger Schutz – und doch führen beide Ereignisse in die Frage nach dem persönlichen Lebenssinn eines jeden Menschen und die Suche nach der Antwort in Jesus Christus. So feiert die Jugend der Welt den Traum der Versöhnung und der Hoffnung auf eine gerechte, friedliche Welt, für die Frère Roger ein ganzes Leben gebetet hat. Möge uns sein Lebenswerk zur Aufgabe und zum Segen werden. Laudate omnes gentes – so klingt es in mir und ich rieche den Duft des Weihrauchs und die Stimmung der unvergesslichen Nachtgebete, die sich tief in die Seelen einzuschreiben vermag. Ich wünsche uns als Gemeinde St. Dominicus diese tiefe Verwurzelung im Heiligen Geist, die die Grenzen unserer irdischen Endlichkeit zu überschreiten vermag und den Mut aus dieser Verwurzelung in unseren Alltag hinein Dinge zu tun, die Zeugnis geben von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie dabei viel Phantasie, Kreativität und eine tiefe Freude am Leben.

Herzlich

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt




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