Liturgische Kolumne

Ob es für alle reicht?

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Rennen, Drängeln, Anstehen, Schieben und ein bisschen Vor-Drängeln... Berlinblockade? - Es gibt Lebensmittel... nicht auf Karten, nicht auf Zuteilung, nein geschenkt, man muss nur die Hände aufhalten. Ob es für alle reicht?

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie wir das bei uns in der Kirche mit dem Kommuniongang halten?

Wir gehen zum Altar - zu Christus. Wir stehen an der Altarstufe aufrecht, weil Gott uns Würde geschenkt hat und uns aufrichtet. Und so gebührt Ihm natürlich erst recht die Würde und Ehrfurcht.

Zwischenzeitlich hat man sich in einigen Jahrhunderten auch würdevoll hingekniet und klein gemacht, um die hl. Kommunion zu empfangen. Dafür war die ‚Speisbank’, die Kommunionbank eingebaut. Nach dem Konzil hat die Kommunionbank ihre Bedeutung verloren. Wir müssen auch nicht in einer Schlange stehen, wir stehen als Volk gemeinsam um den Altar herum, kommunizieren dann sehr persönlich und individuell. Als Volk Gottes treten wir zum Mahl des Herrn, in Stille mit offenem Herzen und offenen Händen, mit denen wir IHM, unserem ‚Lebens-Mittel‘, den Thron, eine Schale bauen. Keiner drängelt sich vor, denn vorn zwischen den Bänken ist es ja ziemlich eng; die von hinten warten auf die von vorn, jeder lässt den anderen mit seinem Gebet still in die Bank zurückgehen. Keiner schwätzt beim Kommen und Gehen, begrüßt nicht den Nachbarn, sondern nur IHN.

Und so werden alle gesättigt mit Lebensfülle.

Stimmt’s?                           Ch. Brath, GR

 

 




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