RKW - Raupe im Paradies - Zinnowitz

Ein Tagebuchauszug 

Mittwoch, 10.08.11 Paradies  Guten Morgen. Die Sonne scheint  zwischen den weißen Wolkenbergen  vom tiefblauen Himmel. „Das  Paradies der Garten“, so singen wir  zum Morgenlob im Wald und das  Thema klingt an: Paradies – unsere  Hoffnung unser Ziel. Nach dem üppigen  Frühstück mit Ei und heißen  Würstchen, Gemüse und Nussschokoladencreme,  Milch und frischen  Brötchen singen wir ein paar Lieder  auf Markus seine Festplatte. Smetbo  und Raffa erscheinen wie jeden  Tag, nur heute ist es anders. Raffa  ist ungewöhnlich fett und Smetbo  früh am Morgen eigenartig müde. Es  stellt sich heraus, er ist des Lebens  müde. Sterben ist angesagt und er  weiß nicht, wie es werden wird. Bei  Raffa tun sich ebenfalls Veränderungen  auf. Die Raupe Raffa stirbt  unter den Klängen von Mozarts Requiem  und in der Metamorphose gebiert  sie sich als Schmetterling in  eine neue Welt. Smetbo stirbt in die  Ewigkeit und wir zur Himmelsraupe.  So verschieben sich die Ebenen  des Lebens. Wir lernen. Der Tod ist  die Geburt in die Ewigkeit – eine  völlig neue erfahrene Dimension unseres  Leben, die wir jetzt schon in  uns tragen. Wir singen das Lied  vom Paradies aus der RKW 2009  und merken, die Sache ist kein  Spiel, sondern unser Leben. In den  biblischen Heilsgeschichten findet  das in den Wundern vom Leben seinen  Widerschein  und  wir besprechen,  gestalten  und meditieren  das  in kleinen  Gruppen.  Das Mittagessen  ist heute  Gemüsesuppe und nicht jedermanns  Sache. Dafür hat Raffaela eine  doppelte Portion Schokoladenpudding  aus der Küche organisiert.  Jetzt sind die Sachen für das Aussenlager  zusammenzupacken. Wir  sollten nichts vergessen: Wassertonne,  Spaten – das Waldklo – Brot,  Milch, Bratwürste, Planen, Regensachen  usw. Der Bulli wird bepackt.  Jonas spricht mit den Pfadfindern  aus Dresden. Die wollen morgen auf  dem Platz am Achterwasser zelten  und bauen zwei große und ein keines  Zelt auf. Wir dürfen die heute  schon mal benutzen. Wirklich eine  Fügung. Wir lassen unser SG20 zu  Hause und freuen uns. Die Gruppe  geht los. Der Bulli fährt alles zum  Platz und Stunden später ist große  Freude: Die Sonne, der Wind, die  Zelte, das Achterwasser alles da  und die Kinder und Gruppenleiter  gut gelaunt beim Holzsammeln. Ich  fahre ins Ottoheim zurück und bin  einsam – auch ein gutes, vor allem  ruhiges Gefühl und nutze die Zeit  für einen meditativen Spaziergang  nach Trassenheide am Ostseestrand.  Das Telefon klingelt. Kai ist zurück  gekommen. Ich freue mich und bringe  ihn zur Gruppe. Er liefert als Bäcker  überraschend die per SMS bestellten  zwei Brote. Große Freude.  Er berichtet von der Beerdigung seiner  Oma. Sehr beeindruckend. Sie,  das ist sicher, ist beim Zelten dabei  und passt auf uns auf. Das Lagerfeuer  brennt und in die Nacht hinein  erzählen wir uns Geschichten. Ich  bringe die drei Mädchen, die nicht  zelten dürfen, ins Otto-Heim zurück.  Wir sprechen in der Kirche  das Abendgebet und Gute Nacht.

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Pfr. Tippelt 




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