Aus der Ökumene

Ökumenischer Sommer

Die Urlaubszeit ist angebrochen. Viele Menschen suchen Erholung: Abspannen vom Alltäglichen. Raus aus den eigenen vier Wänden. Ob nah ob fern - Reisen ist angesagt. Mit den Kindern und der Familie, mit Freunden und Verwandten, allein oder zu zweit alle sind auf den Beinen. Die Einen suchen Erlebnis, Spaß und Freude, die Anderen Ruhe, Abgeschiedenheit und Frieden.

dreiKirchentürme

Ich möchte Ihnen bei ihren Urlaubs- und Ferienunternehmungen Mut machen, dort, wo sie auch immer auf der Erde sind, nachzusehen, wie die Menschen Gott danken, bitten und loben.

Es macht uns Menschen zu Menschen, wenn wir Gott suchen und mit ihm in Kontakt treten, wenn wir unser Leben vor ihm ausbreiten und in seiner Nähe Heil erfahren. Dies geschieht in vielen sehr unterschiedlichen Formen und ist durch die Geschichte mit vielen Traditionen, Ritualen und Gesten lebendig.

In allen Religionen ist diese Bewegung zu spüren. Dieses lebendige Suchen und Fragen, Bitten und Danken ist weltweit bis in die entlegensten Winkel der Erde gegenwärtig.

Wer sich dem ökumenischen Gedanken als Weg zu den verschiedenen Weltreligionen öffnet, wird eine große Schatzkammer der menschlichen Tugenden entdecken. Es signalisiert die großen Bemühungen nach Sinn zu suchen, Frieden zu stiften und dem Menschen seine Urfragen nach dem Woher und Wohin allen Seins zu beantworten.

So kann der Urlaub eine Reise zu den eigenen Ursprüngen werden. Dabei wird das museale Besuchen von Tempeln, Kirchen und weltgeschichtlichen Schauplätzen die eine sicher auch interessante aber eben geschichtliche Seite dieses Bemühens kennzeichnen. Der Besuch eines Gottesdienstes aber führt in die gegenwärtige Art und Weise, mit Gott in Kontakt zu kommen. Wenn es Ihnen geschenkt ist, in das Beten eines Menschen oder einer Gemeinschaft lauschen zu dürfen, dann nehmen sie diese Möglichkeit mit aller Behutsamkeit wahr. Es ist eine Innenansicht der Gottesbeziehung. So fremd dies auch erscheinen mag, ist es oftmals der Schlüssel zum kulturellen Grundverständnis. Es ist ein heilsames Geschenk in eine lebendige Gottesbeziehung hineingenommen zu sein. Sie stellt meine Lebensbewegung in den Horizont des göttlichen Geheimnisses. Wir werden dadurch auf eigentümliche Weise berührt.

Selbst der Blick in die christliche Tradition bietet dabei schon unüberschaubar viele Varianten, Akzentsetzungen und eine Fülle von Anregungen.

Gönnen Sie sich Zeit, um an einem Gottesdienst in ihrer Nähe teilzunehmen. Sie erfahren sehr viel von der Art und Weise der Menschen, die sie erleben. Wie der Mensch betet, so lebt er. Das eigene Leben und die eigene Lebensgestaltung sind dabei angefragt. Wie halte ich es mit meinem Gott? Wie trete ich mit diesem Ursprung und Ziel meines Lebens in Beziehung? So angesprochen, werde ich zu einem Menschen, der neu beginnt Gott zu hören. Dieses selbstvergewissernde Gespräch mit Gott wird zur Erholung in der Nähe Gottes. Erspüren Sie diese heilende Gegenwart des sie liebenden Gottes.

Ich wünsche Ihnen und allen, denen Sie verbunden sind in diesem Sinn eine gute Erholung.

Pfarrer Bertram Tippelt, St. Dominicus




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