Liturgische Kolumne

Fronleichnam oder Im Schau-Fenster

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... ich gehöre zu den Frauen, die gerne bei einem Abendspaziergang durch die Innenstadt in die Schaufenster der Geschäfte sieht, was es doch so alles gibt. Stellen Sie sich vor, ich stehe an einer exklusiven Modeboutique und entdecke... das! Kleid oder die! Hose... ich staune, ich komme gar nicht weg vom Fenster... oder beim Juwelier, der Diamantring ...  In Wirklichkeit stellt sich nicht die Frage, ob ich die haben muss; ich schaue nur und finde es einfach genial. Nein – das ist nicht Fronleichnam, aber so ähnlich...

Wir Christen stellen das Wunderbarste, das wir haben, in ein Schaufenster – die Monstranz. Und andächtig knien wir davor nieder und staunen ... und dann gehen wir hinaus in die Stadt, also wenigstens ein Stück auf die Lipschitzallee und nehmen die Monstranz und die Hostie – unseren Herrn mit – wir gehen andächtig davor oder danach. Wir besingen das Wunder, wir schweigen.

Das Fest Fronleichnam (von fron=Herr, lichnam=lebendiger Leib) kommt im 13./14. Jh. auf. Ursprünglich wird es dem großen Kirchenlehrer Thomas von Aquin zugeschrieben. Die Begegnung mit Christus wird weniger in der Feier des Sakramentes der Eucharistie gesucht, sondern eher im Schauen.

Entschuldigen Sie den Vergleich mit dem wunderbaren Kleid, dem Diamantring beim Juwelier ... mal ehrlich, wie viel schweigendes oder singendes Staunen ist in mir im Anblick der gewandelten Hostie?

cb

 

 




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