Die Heilige Woche

Palmsonntag
Palmsonntag

Endlich, nach 40 Tagen der Fastenzeit beginnt die Heilige Woche.

Alles jubelt – weil Jesus in Jerusalem einzieht, als Festpilger zum Pascha und als Messias. Hosianna! Unser Herr und Freund – ein König! Endlich werden wir frei durch ihn.

Am Palmsonntag gehen wir diesen Weg Jesu in der Prozession nach. Wir beginnen auf dem Kirchenvorplatz um 10.00 Uhr und halten grüne Zweige in den Händen. Wir hören das Evangelium vom Einzug in Jerusalem. In der Kirche wird uns die Passion Jesu vorgelesen... sein Weg, der uns wirklich befreit.

Das Hungertuch ist abgenommen. Im Altarraum steht das mit grünen Zweigen geschmückte Kreuz.

Was begeistert mich an Jesus? Was lässt mich zweifeln?

Wovon möchte ich befreit werden

 

Gründonnerstag
Gründonnerstag

Die Juden feiern in einer langen Tradition das Paschafest, den Auszug aus Ägypten, die Befreiung aus der Knechtschaft der Fremden und der fremden Götter. Im Johannesevangelium lesen wir von der Fußwaschung, in den Synoptikern (Matthäus, Markus, Lukas) wird das Abendmahl beschrieben. Beides sind Liebeserklärungen Jesu an seine Jünger.

Das Fest ist sozusagen die Erstkommunion der Jünger. Wir feiern die Einsetzung der Eucharistie und die Fußwaschung. Wir setzen die hl. Messe mit der Agape (dem Liebesmahl) fort.

Die Orgel und die Glocken schweigen nach dem Gloria.

Der Tabernakel bleibt leer und durchsichtig geöffnet. Die Eucharistie wird auf einen Nebenaltar – in den Garten Getsemani - gebracht. Dort halten wir mit Jesus Wache bis in den Karfreitag hinein.

Habe ich eine Stunde Zeit, im Garten zu verweilen und bei Jesus zu sein?

 

Karfreitag
Karfreitag

Der Karfreitag ist Fast- und Abstinenztag, ein Tag der Stille. Zur 9. Stunde – um 15 Uhr – gedenken wir des Todes Jesu. Wir beginnen kniend in völliger Stille, hören dann die Johannespassion. Es folgt die Verehrung des Kreuzes, das an gleicher Stelle wie am Palmsonntag im Altarraum seinen Platz findet – diesmal, als Grabkreuz.

Die langen Fürbitten schrecken manch einen ab... und doch gerade im Angesicht des Todes erhält das Beten einen tieferen flehenden Sinn.

Halte ich die Stille heute aus – ohne Musik? Ich erinnere mich an meine Begegnungen mit dem Tod.

 

 

Karsamstag

Nein, es ist kein Putztag und doch erfasst uns die Geschäftigkeit der Ostervorbereitungen.

Um 9 Uhr singen wir die Karmetten – Klagelieder und Psalmen. Es gibt am Karsamstag keine Sakramentenspendung, keine Eucharistiefeier.

Es ist schwer, den Tod Gottes auszuhalten.

Die Kirche ist schmucklos, der Tabernakel leer.

Das Allerheiligste wird an einem Nebenaltar verwahrt.

Halte ich es aus ohne Gottes Nähe?

 

Ostersonntag
Ostersonntag

Gewiss – eine ziemlich herausfordernde Zeit. 5 Uhr. Schon lange davor wird das Osterfeuer geschichtet, der Küster bereitet die Kirche vor. Der Kaplan übt seine Stimme für das Exultet, das Lob der Osterkerze.

Dann wird während der Lesung der Schöpfungsgeschichte das Feuer auf dem Kirchenvorplatz entzündet. „Es werde Licht“. Gott wendet sich den Menschen zu. Es folgt die Lesung vom Durchzug durch das Rote Meer – der Befreiungszug der Juden aus Ägypten.

Die Osterkerze wird in die dunkle Kirche getragen, das Licht wird an die Gläubigen verteilt und vermehrt sich. Ich kann das Gesicht meines Nachbarn erkennen. Der Kaplan singt das wunderschöne Loblied der Osterkerze.

Und dann bald... endlich – Halleluja, die Orgel beginnt zu jubeln und das Evangelium von der Befreiung, der Auferstehung Jesu wird verkündet.

Die Osterkerze steht im Altarraum, anstelle des Kreuzes.

Nach der Feier von der Auferstehung werden in alter Tradition die Speisen gesegnet. Erst dann gibt es endlich wieder nach dem langen Fasten richtig zu essen... und zu trinken.

Es wird hell, die Vögel draußen zwitschern.... die Welt beginnt zu leben. Halleluja.

 

 cb

 




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