Liebe Gemeinde

über 2000 Jahre alte Ölbäume atmen den Geist der Geschichte. Sie sind auch Zeitzeugen Jesu. An diesem Ort spürt Jesus im Schweiße seines Angesichts das Ausmaß seiner Botschaft und den Konflikt, den er mit der Gesellschaft damit ausgelöst hat. Die Welt ist durch seine Botschaft der Liebe Gottes in ein anderes Licht getaucht. Nichts wird dem Vergessen überlassen. Alles fällt in die Hand eines barmherzigen Vaters und wird durch Liebe Heil. Diese Perspektive gibt jedem Menschen eine unglaubliche Würde. Vom Kleinsten und Unscheinbarsten bis zu den Mächtigen werden wir durch die Zeiten hinweg von diesem barmherzigen Vater umsorgt und geliebt. Das ist Hoffnung, Gericht und Zukunft für alle. Die Botschaft Jesu bringt das gesellschaftliche System an die Grenze seiner Belastbarkeit. Oben und Unten gelten nicht mehr. Die Bilder von Gott passen nicht. Jeder Mensch ist aufgerufen, dieser Liebe zu antworten. Bis heute ist das so. Die Kraft der korrektiven Kritik am gesellschaftlichen, kirchlichen und persönlichen Tun ist ungebrochen. Die vorösterliche Bußzeit lädt durch Fasten, Almosengeben und Gebet dazu ein, sich dieser Liebesbeziehung zu stellen. Jesus geht den Weg ans Kreuz, durch den Tod hindurch und bezeugt, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Auf dem Titelbild unseres Gemeindebriefes sind nicht nur die uralten Ölbäume zu sehen, sondern auch der Felsen, der in der Tradition der Ort der Hinrichtung Jesu war. Hinter Glas ist die Konsequenz und Radikalität der Liebe Jesu ins Gestein gesickert. Ein Seitengang der Grabeskirche spiegelt sich im Glas und weist mich auf die vielen tausend Pilger hin, die diesen Ort aufsuchen um ihre Lebensgeschichte von der Liebe Jesu berühren zu lassen. Kerzen werden entzündet, Gebete gesprochen. 31 verschiedene christliche Kirchen beten und singen regelmäßig (leider oft mehr gegen als miteinander) auf diesem Fleck der Erde ihr Dank- und Loblied für den Weg, den Jesus uns freigemacht hat und der Ostern seinen unübertroffenen Höhepunkt - Jahr für Jahr-in der Erkenntnis erreicht: Der Herr ist auferstanden!

Auf dem Weg, diese Erkenntnis für das eigene Leben zu entdecken, sind wir in der Fastenzeit unterwegs. Das diesjährige Misereor-Hunger­tuch soll uns eine Hilfe sein. Vier Tische sind gedeckt und bilden das österliche Kreuz. Beim Mahlhalten wird die Situation der Menschen und der Welt sichtbar. Alles steht in Beziehung zum Kreuz. Immer geht es um Leben und Tod. Werden wir alle satt? Können wir die Güter dieser Welt in Liebe teilen? Wer  oder Was gibt meiner Seele Nahrung? Wir sind eingeladen, dies in unsere kleine alltägliche Welt zu tragen und zu leben. Im Wissen darum, dass Gott der barmherzige Vater, der Gastgeber des Mahls ist und dass keiner in seiner liebenden Hand vergessen ist, dass er mit den Leidenden und Sterbenden

 




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