im Mai 1999 schuf der amerikanische Bildhauer Jonathan Borofsky die Moleculman-Skulptur auf der Spree. Die Stadtbezirksgrenzenkommunikation, das Miteinander der Menschen und das ineinander und aufeinander Verwiesensein, die Eigenständigkeit und Gemeinschaft kommunizieren miteinander.

Immer wenn ich dieser Skulptur begegne, muss ich an das Geheimnis der Dreifaltigkeit denken. Die komplexen theologischen Gedanken beginnen spontan ihre Bewegung. Alles ist miteinander auf wundersame Weise durch seine Eigenständigkeit verbunden. Unser ganzes Leben ist davon durchdrungen. Abbilder und Chiffren davon begegnen dem aufmerksamen Beobachter auf Schritt und Tritt. Gott hat in sich diese Struktur des Lebendigen. Er hat sie uns seinem Abbild eingepflanzt. Jeden Tag beginne und beende ich mit dem Kreuzzeichen und spreche dieses Geheimnis des Dreifaltigen Gottes aus und über mein Leben. So wird mir bewusst, dass ich in diesem Geheimnis lebe. Die Bewegung der Liebe im Heiligen Geist erreicht meinen konkreten Alltag. Das Leben wird zur ständigen Kommunikation mit dem Nächsten, der Natur, mit Gott und mit mir selbst.

So führt uns das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, das wir am Sonntag nach Pfingsten feiern, mitten in unseren Alltag. Wir sind umgeben und gehalten in diesem dreifaltigen Gott. Wir gehen aufeinander zu, überwinden innere und äußere Grenzen, werden eins, verstehen einander, leben miteinander und gestalten Gemeinschaft.

Im Juni entfaltet die Liturgie in den verschiedenen Festen sehr volkstümlich diese Lebensbewegung. Unser Leben wird am Himmelfahrtstag in den Himmel gezogen. Diese Sehnsucht bestimmt unser Fühlen und Streben. Mit den Aposteln schauen wir, auf unserer Erde stehend, sehnsuchtsvoll in den Himmel und erwarten das Heil für Leib und Seele. Im Pfingstfest feiern wir den Heiligen Geist. Er, der Lebensatem, belebt sehnsuchtsvoll alles Sein Ökumenisch beten und leben wir Einheit und Gemeinschaft. Am Dreifaltigkeitssonntag sind wir in der göttlichen Lebensbewegung geborgen und am Fronleichnamstag verehren wir die Leibwerdung Gottes in unsere Welt hinein im Brot des Lebens, Jesus Christus. Unser Leben ist in der Tiefe Gottes geborgen und gehalten, geliebt und zutiefst zu Hause.

Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich diese Geborgenheit. Sie ist der Segen, den die Welt nicht geben kann. Möge er Sie erreichen wie die Sonnenstrahlen des werdenden Sommers ihr Herz berühren.

Herzlich Ihr Pfarrer   

 

 

 

 

Bertram Tippelt

 

 




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