Liebe Gemeinde,

es ist kalt und nass. Der Frühling macht keinen Spaß. Auch wenn die alten Bauernregeln dem Maiennass ein gefülltes Erntefass vorhersagen, bleiben Fragen ob der Glaubwürdigkeit. Trotz allem haben wir den Heiligen Geist auf dem zweiten ökumenischen Kirchentag in München und im Pfingstfest ökumenisch gespürt: Belebend, erfrischend, wärmend, tröstend. Alles, was der Mensch zum Leben braucht, bietet nicht nur der Geist Gottes. Er macht es auch. Wie ein Wunder erscheint mir die Kraft dieser verborgenen Gegenwart Gottes.

Zu wissen, dass der Mensch aus dieser pfingstlichen Kraft lebt, ist ein Vorzug des Glaubens. Im Hymnus des 12. Jahrhunderts kommt dies so wundervoll zum Ausdruck. Zu selten gönnen wir uns diese Zeilen:

 

Komm herab, o Heil'ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

 

Die Worte tun mir gut. Sie nehmen mir die Angst vor der Zukunft und der Ungewissheit. Sie machen mir Mut zum nächsten Schritt. Ich bekomme Lust auf Leben und spüre wie neue Kraft in mir aufkeimt. Sie machen mich leicht und froh. Die Worte geben Kraft und machen mich stark. Sie sind zärtlich und innig und voller Energie. Sie klingen wie ein Geheimnis und scheinen doch so selbstverständlich.

Jeder versteht sie und kann sie in sich aufnehmen. Diese Worte füllen alles mit Leben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine sommerliche Zeit in diesem lebenstiftenden Geist

Herzlich Ihr

 

 

 

 

 

 

Pfarrer Bertram Tippelt

 

 




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