Liebe Gemeinde,

da stehen sie alle: Groß und Klein, Alt und Jung, Mann und Frau, Arm und Reich, Vertreter der ganzen Gesellschaft und schauen aus dem sicheren, blauen Schutzmantel der Treue Marias freudig hoffend in den Himmel der Zukunft, in das Glück des Lebens den Himmel Gottes. Maria im goldenen Gewand der verehrungswürdigen Frau lässt von den Schmerzen des Lebens nichts mehr erkennen. Alles ist der Osterfreude gewichen. Die Zuversicht strahlt aus ihrem Inneren durch ihr jugendliches Gesicht. Selbstbewusst schreitet sie voran. Ihr Mantel bildet die Kulisse für die bittenden Menschen. Mit ihr zusammen können wir in die Mitte der Liebe gelangen - zu Christus Jesus ihrem Sohn und unserem Gott.

Bei Gott sein heißt im Leben sein, in der Liebe sein. Es bedeutet letztendlich im Heil sein. Der Mai mit seinem vorsommerlichen Aufbruch versinnbildlicht dieses Gespür seit alter Zeit und verbindet es mit Maria der Mutter Jesu. Viele Menschen erkennen ihr eigenes Lebens-schicksal in der Lebens- und Leidensgeschichte Marias wieder und fühlen sich ihr zutiefst verbunden. Gleichzeitig erhoffen wir den positiven Ausgang des eigenen Lebens wie bei ihr. Aus allem Leid und aller Hoffnungslosigkeit wird das unfassbare Ereignis der Lebens-fülle. Der unberechenbare Lebensweg Jesu, den sie herzensnah mit vollzieht, die unver-ständliche intellektuelle Auseinandersetzung mit gesellschaftlich anerkannten Normen, Wertmaßstäben und Vorstellungsmustern, die ungerechte Verurteilung und letztendlich die grausame Hinrichtung ihres Sohnes, die Maria als Mutter hautnah und seelentief bitter durchleiden muss, sind zutiefst solidarisch mit Lebenswirklichkeiten aller Zeiten und auch unserer Tage.

So ist Marias Lebens– und Erkenntnisweg zu einer Sprache des Glaubens geworden, die uns hilft, den eigenen Glauben zu realisieren.

Mit Maria bereifen wir die Menschwerdung Gottes als existentielle Bejahung des Lebens. Mit ihr ertragen wir die Andersartigkeit der Jugend. So können wir an ihr unser Herz schulen, damit es weit wird in Liebe die Fremdheit von Gedanken zu verstehen, die in ihrer Liebe und Heilsamkeit alle Konventionen übergehen und Heil wirken. Der Nähe Marias können wir uns im Leid sichersein. Sie hielt unter dem Kreuz aus. Mit ihr können wir die Botschaft des Lebens glaubhaft empfangen: Der Herr ist wahrhaft auferstanden. Mit ihr sind wir empfangende und glaubend hoffende Menschen, die in der Liebe Gottes leben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer ganzen Familie diese frohmachende Erfahrung in der Liebe des Auferstandenen Leben zu können von ganzem Herzen


Ihr Pfarrer

 

 

 

Bertram Tippelt

 




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