26. September 26. Sonntag im Jahreskreis, Erntedank

Das Wort auf RBB 88.8

 

 

Es war einmal ein reicher Mann mp3 download

 

Eine Geschichte wird erzählt. Sie soll mich aufmerksam machen. Mein Denken und Tun soll Auswirkungen haben. Ich kann die Welt beeinflussen in der ich lebe.

Es war einmal ein reicher Mann, so beginnt die Geschichte. Und vor seiner Tür lebte der arme Lazarus. Er ist sehr krank und hat Hunger. Der namenlose Reiche kümmert sich nicht um das Geschehen vor seiner Tür. Er ist lieblos. Beide sterben. Der Arme kommt in den Himmel, der ignorante Reiche in die Hölle. Ein unüberwindlicher Graben trennt sie. Alles ist für den Reichen verloren.

Jetzt möchte er wenigstens seine Freunde vor der Hölle bewahren. Aber, so wird erzählt, selbst ein authentischer Bericht aus dem Jenseits vermag die irdische Ignoranz seiner Freunde nicht zu ändern.

So die Geschichte.

 

Ich halte inne und merke: Es gibt Türen und Grenzen im Kopf, im Herzen und auch ganz real, die das Leben trennen in die ignoranten Reichen und die Bettelarmen.

Da ist die westliche Welt und die Länder, die in bitterer Armut leben. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sie liegen in der Vergangenheit und im Handling der Gegenwart. Die menschenunwürdigen Umstände ändert das nicht.

Ich ertrage diese Spannung nicht und schaue oft weg. Ich rede mir ein, ich könne das nicht ändern. Was geht mich das an? Ich habe genug eigene Sorge.

 

Die Geschichte jedoch möchte aufrütteln. Wir sind eine Gemeinschaft. Wir Menschen sind füreinander verantwortlich. Wir bauen an der gleichen Welt, die uns anvertraut ist. Wir haben eine gemeinsame Zukunft. Wir sind aufeinander verwiesen.

Tief im Innern spüre ich das auch. Ich habe eine Ahnung und Sehnsucht von einer friedlichen und gerechten Welt. Ich möchte, dass alle Menschen ausreichend Trinkwasser, genug zu Essen, und zum Leben haben. Ich wünsche mir eine Welt in der für alle Platz ist und in der jeder Mensch würdevoll leben kann.

Dies scheint eine unerfüllbare Utopie angesichts der täglichen Nachrichten.

Das stärkste Motiv an einer guten Welt zu bauen, ist die Solidarität des Herzens, die Liebe. Dort wo sie gelebt wird, wird die Zukunft sichtbar: ein Funke Glück, eine Spur des Himmels.

 

Und so schreibe ich die Geschichte neu:

Es war einmal ein reicher Mann, der alles daran setzte um die Ungerechtigkeit, die Armut besonders aber die Lieblosigkeit zu bekämpfen.

Er gab den Armen und Ausgestoßenen ein Ansehen, einen Namen.

Er ging zu den unheilbar Kranken und sprach mit ihnen. Er gab den Hungernden zu Essen und den Verachteten schenkte er sein Ohr und seine Aufmerksamkeit.

Er ist dem Leid der Welt nicht aus dem Weg gegangen.

Er hat es auf sich genommen - das Kreuz, die Ungerechtigkeit, die Sünde und

Er hat gewonnen:

am Kreuz, im Grab

den Himmel für alle die mitmachen und eine Gemeinschaft werden, Solidarität üben und die Liebe leben.

 

Etwas von dieser Weltveränderung kann ich mitten unter uns erleben. Der Junge der seinen Geburtstag auf unserer Ferienfahrt feierte und sein Süßigkeitsgeschenk unter der ganzen Gruppe aufteilte.

Ich lese die Nachricht, dass die Spendenbereitschaft der Deutschen ungebrochen ist. Trotz der Krise lassen sich viele von der Not der anderen Menschen ansprechen.

Die Katastrophen Hilfe in viele Regionen der Welt wird professionell organisiert und lebt von der Anteilnahme der vielen Millionen Menschen, die das Leid vor der Tür nicht in Ruhe lässt.

 

Schauen wir hin. Geben wir dem Armen ein Gesicht.

Helfen wir einander zu leben. Teilen wir unseren Reichtum.

Es ist eine sehr gute Möglichkeit Dankbarkeit auszudrücken.

Es ist so etwas wie Erntedank.

 

Es war einmal ein reicher Mann.

Der feierte mit allen das Erntedankfest seines Lebens und die Freude reichte bis in den Himmel.

Beginnen Sie diesen Sonntag Ihr Erntedankfest in der Freude der geteilten Liebe.

 




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