Wichtigste Gottesdienstübertragung im Jahr

Mitternächtliche Christmette aus St. Dominicus im rbb-Hörfunk

Sie zählt zu den wichtigsten Gottesdienstübertragungen im Radio: die Christmette an Heiligabend. Zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres sind öffentliches Interesse und Erwartungshaltung der Hörerinnen und Hörer gegenüber der Kirche größer als in dieser Nacht. Es ist der einzige Gottesdienst im Jahr, der im RBB auf der populären City-Welle „Berlin 88,8“ übertragen wird. Der Sender selbst legt größten Wert auf dieses jährliche Ereignis. Möglichst klassisch soll die Liturgie sein – mit den alten Liedern, allen voran „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“. Und: es muss um Mitternacht sein, denn, so sagen die Wellenverantwortlichen, ein Sendebeginn um 24 Uhr werde dem besonderen Charakter der „geweihten Nacht“ am besten gerecht. Der Gottesdienst wird so zum Abschluss und Höhepunkt der traditionellen Sondersendung „Heiligabend nicht allein“, die von 19 bis 24 Uhr dauert und direkt in die Kirche zur Live-Übertragung überleitet.

Für den Rundfunkbeauftragten ist die Christmette auch jedes Jahr eine besondere Herausforderung. Überdurchschnittlich viele Berlinerinnen und Berliner sind zu diesem Zeitpunkt noch wach. Der Verkehr in der Stadt reißt bis in die Morgenstunden nicht ab – viele sind unterwegs zu Angehörigen, andere können oder wollen die Nacht nicht im Bett verbringen. Unter den Hörerinnen und Hörern gibt es nicht wenige, die in dieser Nacht nicht mehr gerne vor die Tür wollen und deswegen gerne auf das Radioangebot zurückgreifen. Andere haben sich mit den Jahren vom aktiven Gottesdienstbesuch verabschiedet, wollen aber in der Christnacht dennoch – Nostalgie hin oder her – auf die vertrauten Texte und Melodien der Weihnachtsbotschaft nicht verzichten.

Deswegen freue ich mich, dass wir in diesem Jahr in der Heiligen Nacht mit unserer Radiogemeinde in St. Dominicus in der Gropiusstadt zu Gast sein können. Die Gemeinde ist bekannt für engagierte und zugleich spirituell dichte Gottesdienste. Dabei braucht es gar keine besonderen Chorleistungen oder konzertante Musik. Es geht einfach um eine schlichte, würdige Christmette mit Tiefgang. Immerhin mindestens 20 000 Hörer dürften es sein, die zusätzlich im Radio dabei sind, wenn der alte und stets neue Trostruf des Jesaja erklingt: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die in der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf“.

Joachim Opahle

Diözesan-Rundfunkbeauftragter

 

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