Liebe Gemeinde,

Die Ferienzeit und die Urlaubstage sind in die Erinnerung gerutscht.

Wenn ich andere Städte bereise, nehme ich alle Kunstschätze, besonders natürlich die Kirchen zum Ziel meiner Besichtigungen. Ich sammle viele Erkenntnisse aus der Geschichte und Gegenwart. Für die Stadt, in der ich lebe und arbeite ist das seltener der Fall. Geht es Ihnen auch so? Dennoch: Manchmal gelingt es mir als Hierlebender Schätze Berlins touristisch wahrzunehmen. So z.B. auch unser Gemeindebrieftitelbild. In der alten Nationalgalerie findet sich unter vielen anderen Bildnissen auch das Tischgebet von Fritz von Uhde.

Die Kinder und der Großvater haben die Hände zum Gebet gefaltet: „Komm Herr Jesus sei unser Gast …“ und ER kommt tatsächlich. Der Vater und Hausherr erkennt IHN und weist Jesus den Hausherrenplatz zu. Alle am Mittagstisch bemerken das Kommen Jesu. Er erhellt den Raum mit dem Licht der Sonne, das auch durch die offene Tür und das Fenster, das den Raum als Souterrain erkennen lässt, dringt. Im blauen Gewand der himmlischen Treue betritt Jesus barfuss die Szene und nimmt die Einladung durch das Gebet an. Alle schauen zu IHM. Der Keller wird zum Himmelsort. Das kleine Kind schaut hungrig auf die Suppenschüssel. Die Mutter stellt die sie auf den Tisch. Es ist ihr Gebet. Die Suppe ist das Mahl für alle. Bittend schaut die Mutter zu Jesus. Das eine Stück Brot liegt bereit, das Jesus in seine sichtbare Gegenwart segnet. Das Alltägliche wird Außergewöhnlich. Wir werden satt an Leib und Seele.

Es ist ein schönes Bild für eine angestrebte dankbare häuslich-familiäre Gemeinschaft, die neu lernen muss, das Selbstverständlichalltägliche dankbar zu empfangen und zu geben. Es ist Erntedank einzuüben.

Jahr für Jahr dürfen wir uns mit den Gaben der Schöpfung sättigen. Es bleibt eine Aufgabe der Menschheit allen die Güter der Erde mindestens im lebensnotwenigen Umfang zukommen zu lassen. Wenn dies gelänge, wäre das der tiefste und ehrlichste Erntedank, den wir Menschen ausdrücken können. Vieles ist uns so selbstverständlich geworden, das wir zum Dank unfähig sind. In der RKW haben wir die Spuren Gottes in der Schöpfung, im Alltäglichen, in Freude und Leid, im Heiligen und im eigenen Leben gesucht. Wir sind fündig geworden, dankbar. Lassen wir uns von den Erfolgen und auch von den Misserfolgen unseres Tuns zur Dankbarkeit des Lebens führen. Bitten wir Gott, dass alles zum Segen für alle wird und wir in seine Nähe und Gnade hineinwachsen. Das wünsche Ich Ihnen und Ihrer Familie in diesen Tagen des Erntedankes ganz herzlich

 

Herzlich Ihr

 

 




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