Nach Gottes Willen handeln (Palmsonntag)

 

 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Kirche die Karwoche, die Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem und des Gedenkens an Jesu Leiden, Tod und Auferstehung.

Kurz vor dem Osterfest zieht Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem ein und die Menschen jubeln ihm zu; mit Palmzweigen winken und ehren sie Jesus als den Messias und König Israels. Doch dieser Jubel währt nicht lange. Wenige Tage später zieht die Volksmenge, die ihm zujubelte, aber dann enttäuscht war, Jesus als ihren König, Retter und Befreier von der römischen Besatzungsmacht zu erhoffen, zu Pilatus und ruft: Kreuzige ihn! So schnell ist ihre Stimmung umgeschlagen.

Ähnliches können wir auch in unserem Leben erfahren: Wenn wir z.B. Christus nachfolgen wollen, gehen aber lieber den eigenen Weg oder wenn wir Erneuerungen von der Kirche fordern, meinen aber, dass sie unsere Wünsche genauso erfüllen müsste, wie wir es uns vorstellen.

Wir stehen am Beginn der Karwoche. Wir werden in diesen Tagen - mehr als sonst - mit dem Leiden und Sterben unseres Herrn konfrontiert: wenn wir die Leidensgeschichte hören, die Passionslieder singen, den Kreuzweg beten. Hören wir die Leidensgeschichte Jesu als Einladung, uns und unsere Zeit darin wieder zu erkennen, hören wir sie als Einladung zu Besinnung und Umkehr, dann können wir gewisse Parallelen zwischen damals und heute entdecken:

Da ist Judas, der seinen Freund verrät. Da ist Petrus, der seinen Meister vor anderen verleugnet. Und wir selbst? Wo versagen wir mit unserem Bekenntnis? Wo wollen wir uns nicht lächerlich machen? Oder begeben wir uns erst gar nicht in solche Situationen, in denen es ernst werden kann mit unserem Bekenntnis zu Jesus und seinem Leben?

Die ganze Bewegung Jesu von der Menschwerdung über den Kreuzestod bis zur Auferstehung, alles geschieht im Gehorsam gegenüber dem Vater und aus Liebe zu uns Menschen. Womit können wir seine Liebe beantworten?

Übersetzung von Kpl. Antonius Ngoc Ha Do




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