Liebe Gemeinde,

im Eliazyklus des ersten Buches der Könige werden wir in die alttestamentliche Auseinandersetzung des Zusammenlebens der Religionen geführt. Der Baalskult steht für viele in Konkurrenz zum Jahwedienst und so wird die eintretende Dürre als Strafe Gottes gedeutet. Elia sitzt nun am Bach Kerit am Rand der Wüste und erlebt das Naturereignis der Dürre. Die Auseinandersetzung gipfelt in der direkten Konfrontation auf dem Berg Karmel. Werden die Baalspriester oder Elia Recht behalten? In einem eindrucksvollen Gottesdienst wird das Gebet des Elia durch ein gewaltiges sich selbst entzündendes Opferfeuer erhört. Das Volk tief beeindruckt bekennt sich zu Jahwe und ruft: Jahwe ist Gott. Jahwe ist Gott. 1 Kön 18.39. Darauf beginnt ein großer Regen. Die Dürre ist vorüber.

Unser Gemeindebrieftitelbild zeigt Wasser und Wüste, Leben und Tod und dazwischen Elia eingehüllt in seinen Betschaal. Er selbst ist in dieser Auseinandersetzung Wasser und Wüste. In seinem Beten wird er die Lösung finden und vollziehen. Das unberührte Weiß, die unsichtbare Gegenwart Gottes verbindet Himmel und Erde. Der weiße Tallit - der Gebetsschal - verbindet im Bild Himmel und Erde. Das Gebet stellt diese Verbindung her. Gleichzeitig wird das Wasser mit der Wüste verbunden und so das Ende der Dürre angedeutet. Unser Leben findet in Gott nicht den Tod, sondern das Leben. Diese Botschaft wird zur tragenden Säule des jüdisch-christlichen Denkens.

Die derzeitigen Auseinandersetzungen in der muslimischen Welt ist der Kampf um die Anerkennung - in bestimmten radikalen Formen um die Durchsetzung - des Islam gegen die westlich-freiheitlich-demokratisch geprägte Welt.

Ob unserer christlichen Glaubensüberzeugung in dieser Auseinandersetzung eine entscheidende Vermittlerrolle zufällt? Ob es uns gelingt, in unserer freiheitlichen Welt nicht die Freiheit zum Gott des Menschen zu machen, sondern sie einzuordnen in den respektvollen Umgang der verschiedenen Lebensauffassungen und religiösen Bekenntnisse? So kann ein Muster des Miteinander entstehen, das zur Nachahmung aufruft und fanatische und radikale Lösungsversuche in Frage stellt.

In einer zunehmend säkularen Welt wird nicht nur das Miteinander der Konfessionen von Bedeutung, sondern auch das Miteinander der verschieden Religionen wird zum wichtigen Signal einer Überzeugung, dass die Welt nicht aus sich selbst ist, sondern auf Gott verweist, der über allem ist.

Ich wünsche Ihnen die Kraft des Gebetes und die Gnade eines lebendigen Glaubens damit Segen wird für alle. So grüße ich herzlich

Ihr  Pfarrer

 

 

 

Bertram Tippelt

 

 

 




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