Liebe Gemeinde,

Christus ist auferstanden! Christus ist wahrhaft auferstanden! Christus ist auferstanden! So klingt es immer und immer wieder in der orthodoxen Osterliturgie. Die Christen der Welt feiern rund um den Globus dieses wichtigste Fest unseres Glaubens trotz unterschiedlicher Kalender, Konfessionen und Liturgien in diesem Jahr in der gleichen Nacht. Die Auferstehung ist ein Nachtgeschehen. Inmitten der Dunkelheit des Todes - für uns sichtbar im Dunkel des Grabes - öffnet sich, durch das Licht des Glaubens im Heiligen Geist, das Tor der Erkenntnis in die Tiefenschichten unseres Lebens. Die existentielle Erkenntnis findet den Ursprung allen Seins in der Entdeckung und allmählichen Entschlüsselung des göttlichen Geschehens. Jesus führt die uns umgebende Wirklichkeit exemplarisch vor. Er zeigt uns die Grausamkeit des Todes und die tiefe der Liebe, die den Tod überwindet. So werden wir ins Licht der Ewigkeit geführt, in die Vollendung. Die eigene Sehnsucht nach Geborgenheit und Nähe, nach Lebendigkeit und Begegnung, nach Frieden und Harmonie, nach Wahrheit und Licht, nach Ruhe und Heimat erzählen uns ganz konkret von dieser auf uns wartenden Vollendung unsers Lebens. Aber nicht nur die Sehnsucht, die wir in uns tragen, erzählt von der Auferstehung, sondern auch die lebendige Beziehung, die wir zu unseren Toten pflegen. Jedes Gespräch am Grab ist ein Dialog mit der Ewigkeit. Am Osterfest das Grab der Lieben zu besuchen, ist bei vielen Christen eine österliche Tradition. Das Ostereiersuchen symbolisiert die Suche nach dem Auferstandenen. Wir finden das Ei und darin die Überraschung: Neues Leben. Das Osterfest lädt ein, die von Jesus Christus gebaute Brücke in die Ewigkeit zu beschreiten und im eucharistischen Mahl schon teilzuhaben an der Auferstehungswirklichkeit, die jeden Menschen umgreift und die uns die eigentliche Würde des menschlichen Lebens gibt. Die Evangelisten berichten in eindrucksvollen Geschichten ihre Erfahrungen mit dem Auferstandenen. Diese Begegnungen lassen sich nicht in eindeutigen Geschichten festhalten, sondern die erfahrende Wirklichkeit steckt zwischen den Zeilen in der Wahrheit der Liebe. Spüren Sie die für sich auf. Finden Sie Ihre Ostergeschichten. Entdecken Sie den Auferstandenen inmitten Ihrer Lebensgeschichte und der Menschen, die zu Ihnen gehören, besonders aber inmitten Ihrer lieben Toten, die das Leben der Auferstehung in vollen Zügen genießen und uns davon erzählen wollen. Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja! Gesegnete Ostern Ihnen und Ihren Familien herzlich


Ihr Pfarrer

 

Bertram Tippelt

 

 




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