Liebe Gemeinde

der November lädt uns ein, über unsere Endlichkeit nachzudenken. Das Vergehen in der Natur, die Veränderungen unserer Empfindungen angesichts der kürzer werdenden Tage, der sinkenden Temperaturen und des häufiger werdenden Nebels verstärken diesen Eindruck. So gedenken wir des Todes und, als Christen engstens damit verbunden, an die Auferstehung - die andere Seite der Medaille des Lebens. Deshalb beginnen die Novemberfeierlichkeiten mit dem Siegesfest Allerheiligen. Wir feiern all jene, die die Grenze des Todes ins Leben bei Gott überschritten haben. Wir versammeln uns mit ihnen am Tisch des Herrn zur großen Eucharistie, zur Danksagung des Lebens. Manchmal merken wir dabei auch, dass die Ewigkeit in uns schon begonnen hat und wir inmitten des vergänglichen Lebens die Spuren der Ewigkeit, die Nähe Gottes, seinen Himmel, seine Liebe spüren dürfen. Nach der Feier am Allerheiligentag gedenken wir am Allerseelentag der endlichen, unvollkommenen Seite des Lebens im Tod. Wir besuchen die Gräber der Lieben und fühlen den Verlust, das Ende und stellen, im Glauben an die Ewigkeit und an das Leben bei Gott, ein Licht auf. Inmitten der Dunkelheit des Todes dürfen wir im Glauben wissen, in das Licht der Liebe Gottes aufgenommen zu sein.

So bildet der Friedhof die Grenzlinie zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit, zwischen Tod und ewigem Leben ab. Als wir im Sommer mit den Pilgern unserer Gemeinde vom Ölberg durch das Kidrontal zum Zionsberg wanderten, durchschritten wir einen der ältesten heiligen Orte Jerusalems. Im Angesicht der altehrwürdigen Stadtmauer Jerusalems gingen wir dem verschlossenen Goldenen Tor entgegen, durch das nach jüdischer Vorstellung der Messias wiederkommt. Wir gingen am ältesten jüdischen Friedhof der Welt entlang. Hier beginnt nach jüdischer Vorstellung die Auferstehung. Wir durchschritten im Kidrontal den christlichen Friedhof und sahen den muslimischen Friedhof, entlang der Stadtmauer gelegen, als Zeichen der Auseinandersetzungen der Weltreligionen vor dem Goldenen Tor. Die Muslime glauben, dass ihr Friedhof das Kommen des Messias aufzuhalten vermag.

Es gibt eine Linie vom Ölberg - über die Goldene Pforte, über den Tempelberg - zur Grabes- und Auferstehungskirche hin. Ein für mich österliches Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen inmitten einer unvollkommenen Welt.

Ich wünsche Ihnen beim Besuch der Gräber ihrer Lieben einen tiefen Trost und eine große Hoffnung, dass wir alle in der Liebe Gottes gehalten sind, die Lebenden und die Toten und dass wir uns im Mahl des Herrn in der großen Kommunio(n) schon jetzt begegnen können.

So grüße ich Sie und Ihre Familien herzlich Ihr Pfarrer             

Seniorenrosenkranz13
Der Seniorenrat berichtet, dass sich an dem sonnigen 11. Oktober 105 Seniorinnen und Senioren aus den vier kath. südneuköllner Kirchengemeinden zu einer gemeinsamen Rosenkranz-Andacht in der Rudower St. Joseph Kirche trafen. Herr Pfr. Misgaiski begrüßte alle herzlich und erläuterte zunächst die Bedeutung des Rosenkranzgebetes. Nach einem schlesischen Marienlied betete er mit uns einen Rosenkranz. Mir ist das Gesätz „Jesus, der uns auf dem Weg begleitet“ im Gedächtnis geblieben. Jesus begleitet uns alle Tage, mögen wir immer an ihn denken. Die gemeinsame Andacht endete mit der eucharistischen Anbetung.

Im Anschluss lud Pfarrer Misgaiski uns alle herzlich in den Pfarrsaal ein, in dem wir von fleißigen Helferinnen und Helfern liebevoll gedeckte Tische und heißen Kaffee vorfanden.

Nicht endende Teller mit schmackhaft belegten Schnittchen aus St. Joseph und zahlreiche Kuchen aus den übrigen Südgemeinden standen auf einem langen Büfett bereit. Es war schön für das Auge anzusehen und nahrhaft für den Mund. Wie bereits im Mai freuten sich alle auf das gemeinsame Essen, aber besonders auf das mitein­ander Reden, neue Gesichter näher kennenzulernen und es sich gut gehen zu lassen. Einige freuten sich, eine Bekannte oder einen Bekannten wiederzusehen.

Mit einem Glas Sekt stießen wir an und dankten für die Gastfreundschaft und dafür, dass wir einander haben.

Froh gestimmt gingen wir auseinander und freuen uns auf die gemeinsame Kreuzwegandacht in Bruder Klaus.




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