Liturgische Kolumne

Den Himmel bestürmen

Früher dachte man oft, viel hilft viel und ganz versunken zu sein im Gebet hilft auch leben. Darum reihte man Aves oder Vater unser aneinander, darum beteten Mönche im Atemrhythmus das Jesusgebet, um ganz versunken zu sein in Christus. Das Lesen und Beten der 150 Psalmen war nur den Mönchen, die lesen konnten, vorbehalten. Leseunkundige beteten 150 Vater unser und fügten eine Kniebeuge an.

Im Rosenkranz, wie er sich nun entwickelt hat (s. Gotteslob Nr. 33) werden Geheimnisse, Gesätze, Sätze aus dem Leben Jesu mit dem Blick von Maria betrachtet.

Vielleicht ist das meditative monotone Beten so etwas wie eine Hängematte. Sich ausruhen in der Nähe des Herrn, gehalten werden durch die Rosenkranzschnur.

Romano Guardini empfiehlt das Rosenkranzgebet als das „Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus war“ und so ist es „ im Tiefsten ein Christusgebet“.

Oft ist es ein Gebet der Omas, die den Himmel bestürmen, sich in der Gebetshängematte ausruhen. Darum haben die Großeltern für die Erstkommunionkinder die Hausaufgabe ihren Enkeln das Beten des Rosenkranzes beizubringen.

Mögen die Omas, die den Himmel bestürmen nie aussterben.

cb

 

 




Show details for Alle Dokumente in dieser RubrikAlle Dokumente in dieser Rubrik