Liebe Gemeinde.

Pfr.Tippelt
Als in unserer kleinen Redaktionssitzung im provisorisch eingerichteten Pfarrbüro der ehemaligen Kaplanswohnung die Heilige Dreifaltigkeit als das Thema des Gemeindebriefes Juni festgelegt wurde, fiel mir sofort das Altarwandbild der St. Theresiakirche des Karmel in Birkenwerder ein. Es stellt die Szene aus Gen 18 in einer theologischen Weiterentwicklung dar. Drei Männer kommen zu Abraham. Er empfängt und bewirtet die Herren. Es stellt sich heraus, dass es Gott selbst ist, den Abraham einlädt und bewirtet. Gott bringt Abraham und Sahra die Zukunft, die Verheißung, Stammeltern eines großen Volkes zu werden. Sahras Skepsis und Zweifel werden sich binnen eines Jahres als überflüssig erweisen und wir werden belehrt: Wer einlädt, offen ist und das Leben teilt, hat die Zukunft bereits am Tisch sitzen. Wider aller Erwartung und entgegen allem Verstehen wird die verheißene Zukunft Wirklichkeit. Sahra, die längst zu alt ist, bekommt einen Sohn. Das gemeinsame Mahl hat diese unglaubliche Entwicklung ermöglicht. Der gedeckte Tisch unter der Eiche von Mamre ist in der Altarwandgestaltung der St. Theresiakirche der Tabernakel, geziert mit fünf Flammen den Wundmalen Jesu gleich. Christus lädt uns zum Mahl der Zukunft. Er selbst wird Gastgeber und Gabe. Er zeigt uns den Sieg über den Tod als Chiffre für den Weg unseres Lebens aus der Vergangenheit des Todes in die Zukunft einer von Gottesliebe umhüllten Wirklichkeit. Zu dieser Vollkommenheit sind wir sehnsuchtsvoll unterwegs. Die Gemeinschaft im eucharistischen Mahl ist der konkrete Ausdruck dieser Verheißung. Die Freude über die Erste Heilige Kommunion unserer Kinder ist noch zu spüren. In dieser Freude werden wir zum Fronleichnamsfest Christus in unserer Stadt  ehren und bitten, Schritte zur Versöhnung, zur Heilung und zur Stärkung mit uns zu gehen.

Dass letztlich die Gemeinschaft untereinander und mit Gott ihre tiefste Verbundenheit in den getragenen Verwundungen erfährt, bleibt das Geheimnis der Solidarität Gottes mit den Geschundenen dieser Welt.

Die Wundmale, die zum Brot des Lebens werden und den Tisch des Mahles decken, sind Ausdruck dieser Hingabe Gottes an uns Menschen. Es ist der stärkste Ausdruck der Liebe, die durch den Tod hindurch wirkt, im Heiligen Geist erfahren werden kann und im dreifaltigen Gott seine Vollendung findet.

Dieses Geheimnis durchwirkt unser Leben. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie die Nähe dieses zärtlich, gewaltigen Gottes, der uns alle so in die himmlische Ewigkeit liebt,

 

Ihr  Pfarrer        

 

 




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