Hospiz - Leben bis zuletzt

Zu diesem Thema hatte der Seniorenrat Herrn Diakonand und Praktikant in unserer Gemeinde Benno  Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V.   Senioren und auch andere Interessierte am 11.September ins Untergeschoss eingeladen.

Im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativarbeit stehen der schwerstkranke Mensch und seine Angehörigen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen.

Früher gab es Hospize an Pilgerwegen auf den Weg ins Heilige Land. Hospitium heißt Herberge, Gastfreundschaft.  Pallium heißt, Mantel(Schutz).  Es ist Aufgabe der in der Palliativversorgung tätigen Ärzte, die Pflege und Betreuung auf den Patienten „zuzuschneiden“, die dieser zum würdevollen Sterben benötigt. 

In Berlin entwickelten sich vor mehr als 20 Jahren die ersten Hospizdienste und auch die Palliativbetreuung wurde ausgebaut, um  sterbende Menschen und ihre Angehörigen in ihrer Würde und Einzigartigkeit anzunehmen, sie zu unterstützen und sie zu entlasten. Hierzu gehört vor allem lindernde Pflege und Medizin sowie menschliche Zuwendung. Dazu gehört bis zuletzt größtmögliche Autonomie, Schmerzfreiheit und gleichzeitig Geborgenheit in vertrauter Umgebung und im Kreis der Familie und Freunde sowie professionelle palliativmedizinische und –pflegerische Betreuung. Palliativ betreut zu werden oder in ein Hospiz zu gehen. Die Entscheidung über die Form  trifft  immer der Betroffene selbst. Laut Herrn Bolze übernehmen in stationären Hospizen zu 90% die Kranken- und Pflegekassen die Kosten und zu 10 % die Hospize selbst, die diesen Anteil durch Spenden erbringen müssen. Es ist wichtig, beizeiten Vorsorge zu treffen und eine Patientenverfügung sowie Vorsorgevollmacht zu erstellen, um für den Fall, dass man sich nicht mehr äußern kann, von den Ärzten entsprechend der eigenen Wünsche behandelt zu werden. In Hospizen wird auf Wünsche und Anregungen ihrer Bewohner eingegangen. Hierbei ist oftmals auch eine Köchin/ein Koch wichtig, denn Essen ist für einige Bewohner sehr wichtig, Essensdüfte können anregend sein. Aber auch verlässliche psychosoziale wie spirituelle Begleitung sind unerlässlich. Auf Wunsch kommt selbstverständlich auch ein Priester zu Bewohnerin/zum Bewohner. Nicht weg zu denken sind neben den hauptamtlichen MitarbeiterInnen, die Ehrenamtlichen. Deren Engagement in stationären Pflegeeinrichtungen, Hospizen, im Krankenhaus und in Palliativstationen und bei sterbenden Menschen zu Hause ist das Fundament einer Kultur der Menschlichkeit, der Solidarität und unserer christlichen Verantwortung.

Dem Hospiz- und Palliativ-Verband Berlin und dem Deutschen Hospiz- und Paliativ-Verband, ist es wichtig, den Hospizgedanken und das ehrenamtliche Engagement für sterbende Menschen jeden Lebensalters - das gilt für Kinder ebenso wie auch für alte Menschen -  überkonfessionell und politisch unabhängig zu fördern. Ziel der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ist es, dass jeder Mensch am Ende seines Lebens unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, seiner jeweiligen persönlichen Lebenssituation oder seinem Lebens- bzw. Aufenthaltsort eine qualitativ hochwertige, multiprofessionelle hospizliche und palliativ-medizinische Versorgung und Begleitung erhält. Herr Bolze beantwortete auch die zwischendurch gestellten Fragen. Herzlichen Dank Herr Bolze.

Unter www.hospiz-berlin.de und www.dhpw.de können Sie sich weitere Informationen einholen.

I.K.

Aus der Ökumene der Gropiusstadt

„Ich will so alt werden, wie ich aussehe.“

Liebe Leserinnen und Leser,

wer macht sich selber gerne älter? Und wenn dies jemand tut, kommt das nicht immer gut an. Alt werden ist in unserer Gesellschaft ein heißes Eisen. Alt aussehen … noch schlimmer!

Mut braucht es, gegen und mit den (Vor-)Urteilen zu leben.

In der Werbung werden ältere Menschen jung und dynamisch dargestellt. Und dies wirkt wie eine Forderung. Wehe den vielen, die dem nicht entsprechen!

Krank, hilflos und abhängig steht dagegen für viele Menschen das Alt-sein. Wie schwarze Wolken am Horizont verdunkeln sie den Blick in die Zukunft. Angst und Unbehagen schleichen sich ein, die die Hoffnung auf Leben überschatten.

Seit einigen Jahren wird die Überalterung der Gesellschaft nicht mehr nur als Problem gesehen, sondern auch als Chance. Dadurch wird eine Haltung eingeübt, die annimmt, was ist, und Gutes daraus gestalten will.

Deswegen gefällt mir diese Umgangsweise: Das Alter als Chance zum Leben. Denn die einzige Alternative zum Altwerden, ist: Jung sterben. Altern heißt Leben! Ich glaube an das Leben vor dem Tod. Auch wenn es nicht einfach ist, wenn jedes Leben Schwierigkeiten zu überwinden hat, Träume zerplatzen und man immer wieder Abschied nehmen muss: von Menschen, von eigenen Kräften, von Lebensentwürfen und Wünschen.

Die vielen Möglichkeiten im Leben haben sich auf einen Lebensweg reduziert. Wenn aus einem riesigen Potential eine konkrete Wirklichkeit wird, ist dies ein großartiges Ereignis und zugleich eine tiefe Enttäuschung über all die nicht verwirklichten Möglichkeiten. Auch dies gilt es im Alter anzunehmen: Ent-Täuschungen im Leben.

Idealvorstellungen gehören zur Täuschung dazu. Jeder hat seine eigenen Ideale und Träume, die von der Gesellschaft massiv beeinflusst werden: Schönheit, Wohlstand und Gesundheit gehören unter anderem dazu. Wie belastend kann dies sein. Frau fühlt sich nie schön genug. Man hat nie genug. Und jeder hat 'was'.

Dagegen möchte ich den Glauben an einen barmherzigen Gott leben, gnädig auf Ideale sehen und freudig das annehmen, was geschieht.

Leben heißt, sich verändern, sich entwickeln, sich entfalten.

Glücklich ist, wer sich morgens im Spiegel seine Falten ansieht. Er kann sich den ganzen Tag entfalten.

Falten sprechen vom Leben. Weiße Haare verkünden Weisheit. Weise wird, wer die Endlichkeit vor Augen hat und dennoch hofft. Im Buch des Propheten Joel sind den Alten Träume verheißen. Lasst uns von Gottes Wirken in der Welt träumen. Erzählen wir uns von unseren Wünschen und Träumen für unser Leben und unsere Umgebung.

So will ich meine Gedanken mit einem Wunschzettel abschließen.

Im Seniorenkreis haben wir  darüber gesprochen, wie unsere Umgebung in fünf Jahren aussehen soll. Angeregt wurde diese Fragerunde von der Bürgerplattform Neukölln WIN „Wir In Neukölln“.

Ein Wunschzettel an alle, die Wünsche für eine gute Zukunft lesen wollen:

·         Die ärztliche Versorgung aller Gebiete (Augen, Haut, Orthopädie...) ist gut erreichbar.

·         Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten gibt es in jeder Nähe.

·         Für junge Menschen (Enkelkinder) gibt es gute Berufsmöglichkeiten.

·         Polizistinnen und Polizisten sind in Neukölln selber gut geschützt und anerkannt.

·         Die Kirchen bieten Schutz und Geborgenheit. Das macht zuversichtlich.

·         2017 feiern wir eine tolle Fete und heißen Margot Käßmann bei uns willkommen. (Reformationsjubiläum d.R.)

·         Die Verkehrsanbindung ist gut. Die Busse kommen pünktlich, insbesondere Sonntag früh nicht zu früh!

·         Die Busse senken sich beim Ein- und Aussteigen.

·         Alle 500 Meter steht eine Bank zum Ausruhen und Verweilen.

·         Menschen haben Verständnis für

·         einander.

·         Es gibt gut gestaltete öffentliche Orte, an denen man sich treffen kann.

·         Straßenfeste und die lange Kaffeetafel lassen Menschen zusammen kommen.

Was fällt Ihnen noch ein? Schreiben Sie den Wunschzettel weiter? Ihre Anregungen nehme ich gerne auf und führe sie der Bürgerplattform zu. Mal sehen, was wir gemeinsam erreichen können.

Gott segne unser Tun und Denken und behüte uns!

Ihre Pfarrerin Karin Singha

Was muss ich tun, wenn einer stirbt?

Mancher Tod trifft uns Hiergebliebene plötzlich, manchmal kann man sich darauf lange vorbereiten. Vorbereiten? Manchmal ist der Tod Erlösung. Mancher stirbt zuhause, andere in einer Klinik, im Heim … in fremder Umgebung. Eine haltende Hand und ein Gebet wünsche ich jedem Sterbenden von Herzen.

Wir wissen nicht, was Gott für jeden von uns vorbereitet hat und warum es so oder so ist.

Sie stehen am Sterbebett eines lieben Menschen. Was Sie fühlen und spüren, das spüren nur Sie. Dafür soll Zeit sein. Im Angesicht des Todes hat die Ewigkeit wirklich begonnen – und es ist keine Eile. (Nach deutschem Gesetz haben Sie nach dem Todeseintritt 36h Zeit die Überführung zu veranlassen.)

Nehmen Sie sich Zeit für ein Gebet am Totenbett. Manche beten den Rosenkranz. Andere ein Vater unser, andere reden mit Gott und ihrem Verstorbenen, frei wie es das Herz und die Seele gibt mit verschiedensten Gefühlen.

Auch das neue Gotteslob bietet unter Nr. 608 Gebete an.

1. Rufen Sie zunächst den (einen erreichbaren) (Haus)arzt an. In Einrichtungen  übernimmt das Haus den Anruf.

2. Wählen Sie einen Bestatter. (Sie haben das Recht , den Bestatter frei zu wählen. Holen Sie ggf. auch ein 2. Angebot ein und entscheiden Sie dann mit einem guten Bauchgefühl, welcher Bestatter mit Ihnen die letzten Dinge des Hinterbliebenen regelt und wen sie dafür wie bezahlen möchten.)

Mancher hat zu Lebzeiten einen Vorsorgevertrag bei einem Bestatter abgeschlossen und alles für seine Beerdigung geregelt. In diesen Vertrag hat kein Dritter Einrede. Er gilt als der definitiv letzte Wille des Verstorbenen.

Was tut der Bestatter für Sie?

a) Er klärt mit dem Pfarrer/ Pfarrbüro den Termin für die Beerdigung und das Requiem/ die Auferstehungsmesse in unserer Gemeinde. Mit dieser offiziellen Meldung können wir in der Gemeinde die Vermeldung und das Dankwort vorbereiten.

b) Er klärt den Termin mit dem Friedhof.

c) Er organisiert die Feierlichkeiten, regelt „alles“ und was die nächsten Schritte sind.

Zum Bestatter bringen Sie mit:

·         Personalausweis/ Pass

·         Krankenkassenkarte

·         Geburtsurkunde

·         ggf. Sterbeurkunde des Ehegatten

·         ggf. Grabkarte vom bereits vorhandenen Grab

·         Versicherungsunterlagen

·         Bescheide der Versorgungsträger

·         Rentenbescheide

·         ggf. Scheidungsurteil mit Rechtskraft

Der Pfarrer/ der/ die SeelsorgerIn wird Sie anrufen, um ein Gespräch zu verabreden und die Beerdigungsfeier vorzubereiten. Dabei sprechen Sie z.B. über Ihre Beziehung zum Verstorbenen, sein Leben und seinen Tod und die Hoffnung auf das ewige Leben. Sie sprechen über die Musik, die Lieder und die Gebete, die den letzten irdischen Weg begleiten. Wird unser Glaube diese schwere Situation tragen? Darf ich zweifeln? Fragen haben? Welcher Text aus der Heiligen Schrift wird uns in dieser Situation stärken?

Ch. Brath in Zusammenarbeit

mit einem Bestatter aus der Lipschitzallee

 




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