Liebe Gemeinde,

es ist nach einem sehr intensiven Gottesdienst, den unsere Pilgergruppe auf dem Ölberg in der Kirche Dominus flevit feiern durfte, ein herrlicher Spaziergang ins Kidrontal mit dem sonnenbeschienendem Blick auf den Tempelberg. In mitten der Mittagshitze führt uns dann unser Weg entlang der Jerusalemer Stadtmauer schweißtreibend auf den Zionsberg. Ziel ist die Dormitioabtei. Schatten, Aircondition und ein kühles Getränk bieten Pilgermittagspausenluxus. Benediktiner sind hier seit über einhundert Jahren zu Hause. Es gibt eine deutsche Homepage und einen Freundeskreis weltweit. Mich begeistert die tiefe theologische Reflexion des Ortes, der Geschichte und das christlich-authentisch-gegenwärtige Zeichen unseres Glaubens durch die Brüder(www.dormitio.net). Ein geistlicher Gewinn und innere Wachheit spüre ich, wenn ich das Gebet dieses Ortes bis heute täglich aufnehme. So schweißtreibend es an diesem Pilgerreisetag auch war, die Mittagspause in Dormitio bleibt mir in die Seele geschrieben:
Der Zion ist für Juden, Christen und Muslime von hoher Bedeutung. Ist es für uns doch traditionell der Ort des letzten Abendmahls und der pfingstliche Geburtsort der Kirche. Die Überlieferung sieht hier auch die Himmelfahrt Mariens. Theologisch ist die Hausikone in der Dormitiokirche die Darstellung Marias auf dem Sterbelager. Der erhöhte Christus hält als Weltenherrscher die Seele Marias als Kind gewickelt zum Himmel empor. Welch eine Ambivalenz zwischen Mutter und Sohn. Christus ist der Grund unserer aller Hoffnung. Alles Leben ist in Ihm erlöst und in Gott gehalten. Wir sind mit Maria als Pilger auf dem Weg, um dies zu verinnerlichen und im Leben zu bezeugen.
Immer wieder werden mir Situationen des Alltags zum Zeichen für die unser Leben tragende Ebene der liebenden Gegenwart Gottes. Aus dieser Liebe zieht unser Leben Kraft, Motivation, Sinn und Ziel. Es gibt Momente in denen es deutlich wird. Die Zeit verliert ihre Dimension. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fallen zusammen im Gebet der Seele und meine Welt wird zu Gott getragen auf den Zion, dem Berg, wo Gott in Brot und Wein zum Mahl der nach Leben Hungernden wird.

Das Titelbild schaut vom Zion auf den Ölberg, die Kuppel der Grabes– und Auferstehungskirche ist links erkennbar und wird zum Lebensprogramm. Wir sind in der Liebe Gottes gehalten. Maria nimmt uns mit und zeigt uns Geburt und Tod und Auferstehung. Lassen wir uns im Oktober von den Geheimnissen ihres Lebens zu Christus führen und zum Segen für die Menschen werden, die wir lieben und mit denen wir leben.

So grüße ich Sie und Ihre Familie ganz  herzlich Ihr Pfarrer Bertram Tippelt              




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