Advents-Gesichter ,

Adventsgesichter
mal ehrlich, was stellen Sie sich unter einem Advents-Gesicht vor? Gibt es überhaupt Advents-Gesichter? Die logische Konsequenz wäre ja dann, dass es auch Oster-Gesichter, Pfingst-Gesichter und vielleicht Allerheiligen-Gesichter gäbe? Darüber habe ich mir wirklich noch nie Gedanken gemacht! Aber vielleicht lohnt es sich, diesem Thema einmal nachzuspüren:

Am ersten Advent heißt es im Evangelium:„Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen“. Erwartungsvolle Gesichter warten auf die Menschwerdung Gottes. Adventszeit-Wartezeit. Man stelle sich vor, man ruft einen Freund oder eine Freundin an und fragt:„Was machst du gerade?“ und erhält die Antwort:„Ich warte.“ Warten ist doch eine völlig ungewöhnliche Tätigkeit. Wir haben doch so viel zu tun, ein Termin jagt den anderen, selbst Rentner haben niemals Zeit- wer kann da WARTEN? Und wenn wir dann mal warten müssen, in der Schlange am Schalter, im Wartezimmer, dann schauen Sie sich mal die Gesichter an- die sind alles andere als erwartungsvoll. Warten im Advent muss irgendwie anders sein! Erwartungsvolle Gesichter strahlen- wie die Augen eines Zweijährigen, der mit dem Finger auf die große Dose mit den ersten Plätzchen zeigt, die im Advent immer auf dem Schrank steht.  Vielleicht können jugendliche/ erwachsene Gesichter nicht mehr so strahlen, weil sie so voll sind, beladen mit all den Dingen die uns so unverzichtbar erscheinen. Vielleicht müssen wir im Advent erst leer werden, damit wir warten

können, dass wir IHN erwarten können.

Und wenn Ihr Gesicht, die Gesichter Ihrer Familie im Advent um den Altar herum erstrahlen, dann kann dies einfach ein Sinnbild dafür sein, dass wir dem Licht Platz schaffen in unserem Leben, dass wir SEINER Ankunft Raum geben. Da gibt es dann natürlich das eine oder andere abzuladen: Vielleicht schreiben Sie es sich einfach von der Seele im Advents-Licht-Buch, das beim heiligen Antonius steht. Schreiben Sie auf, wie es war in einer Woche ohne Fernseher! Welche Entdeckungen wurden gesichtet?

Meine Nachbarin schenkte mir im Oktober Lebkuchen- als sie mein verdutztes Gesicht sah, sagte sie: „Die schmecken doch jetzt am besten- im Dezember ist mir das alles schon über“.

Tja stellen Sie sich das Gesicht meiner Nachbarin vor, wenn ich ihr am Heilig Abend den ersten Lebkuchen des Jahres (vielleicht auch noch selbstgebacken) schenken würde! Ein strahlendes Gesicht- weil sie die lange Wartezeit überstanden hat und das Ersehnte nicht vorweggenommen hat.

Adventszeit ist nicht nur Wartezeit, sondern auch Vorbereitungszeit : „Bereitet dem Herrn den Weg…“, ist Übungszeit:„Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat.“ und ist Begegnungszeit:„und Maria machte sich auf den Weg…“- machen auch Sie sich auf den Weg, jede Woche neu, trotzen Sie der Hektik, der Fülle….wir freuen uns auf Ihre Adventsberichte!

Angelika Bublak

Aus dem AK Liturgie/ PGR

 

Wenn Christus kommt - Adventsgesichter

 

Alles ist dunkel geworden. Meine Welt ist zusammengefallen wie ein Kartenhaus. Licht am Ende meines Tunnels sehe ich schon lange nicht mehr. Jeden Sinn habe ich verloren. Selbst in den Nächten gibt es kein Licht: keinen Stern am Himmel, keinen Mond, nichts als Finsternis. Mein Leben ist tot.

Die Depression verdunkelt den letzten Rest Leben in mir. Warum ich? Warum mir? Warum meine Welt?

Solche oder ähnliche persönliche Weltuntergangsszenarien spielen sich in den Seelen vieler Menschen dramatisch ab. Äußere und innere Gründe verschiedenster Art gibt es für diese existenzielle Bedrohung des Menschen. Der Weltzusammenbruch und Untergang im ganz persönlichen Leben hat seine reale globale Entsprechung bei der Betrachtung des Umgangs mit den uns anvertrauten Ressourcen unserer Erde: dem Wasser, der Luft, der Energie. Ist diese Realität der Hintergrund für den Erfolg der Weltuntergangsfilme dieser Tage?

Irgendwie wehrt sich mein Inneres gegen eine solche Schwarzmalerei.

Ich spüre tief in mir Lebenslust und Lebensfreude, Solidarität und Liebe, Hingabe und Vertrauen, Sinn und eine Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit, die nicht endet, ganz wahr und ehrlich ist, die alle Grenzen zu überwinden vermag und die ich nicht nur in Gott vermute, sondern bisweilen hautnah erleben darf. Aber das ist es ja gerade.

Je mehr ich das Licht der Liebe Gottes ersehne und erfahre, desto mehr werden die Unvollkommenheiten dieser Welt nicht nur sichtbar, sondern spürbar.

Die von den Dunkelheiten unserer unvollkommenen Welt Erdrückten, haben die Sehnsucht nach Leben in Fülle oft in sich begraben. Es ist unerträglich geworden, diese wahrzunehmen. Dennoch wirkt diese Sehnsucht, weil sie Grundlage und Quelle des Lebens ist.

Sie ist eine verborgene Verbindung. Sie führt direkt in die Liebe Gottes hinein.

Angesichts dieser, auch in mir oft verborgenen Sehnsucht, wird mir klar, dass mit dem Wahrwerden dieser Sehnsucht, mit dem Kommen der Herrlichkeit Gottes,

alle menschlichen Versuche, dieser Sehnsucht Leben zu schenken, vergehen: das Licht - angesichts des kommenden Lichts Dunkel ist,

Liebe, die mir von Gott her entgegenkommt, so unübertroffen ist,

dass sich in diesem Glück alles Unvollkommene als Unvollkommen zeigt und das ist eben vergänglich,

Zwischenstation, Trost und Hinweis auf die tiefere Wirklichkeit des Lebens, die alles Seiende übertrifft,

die alle Widersprüche auflöst,

die Barmherzigkeit und Gerechtigkeit vereint, die alles Sehnen erfüllt und alles heilt und ins Ziel bringt

und alles Bisherige, Unvollendete in die Vollendung führt.

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. So lässt es der Evangelist Markus Jesus sagen und zeigt damit auf unsere Zukunft, die für jeden und jede begonnen hat.

Nehmen Sie seine Worte der Liebe und des Lebens auf. Sie werden erkennen, dass hierin eine Zukunft liegt, zu der wir alle unterwegs sind, die wir bereits in uns tragen und die zur Vollendung geführt wird. Je mehr ich daran heute schon Anteil nehme, desto mehr kann ich in der Geborgenheit der Liebe Gottes meine Unvollkommenheiten ertragen und im Licht der Liebe Zeichen des Lichtes inmitten einer in der Tat oft dunklen Welt setzen. Entzünden wir diese Lichter der Hoffnung, der Liebe, des Friedens. Vor 20 Jahren konnten Kerzen, mit diesem Licht der Freiheit, Waffen zum Schweigen und die Mauer zum Einsturz bringen.

Ich wünsche Ihnen, dieses Licht der Worte der Liebe in Ihrem Herzen.

Entdecken Sie es besonders dann,

wenn es für Sie und um Sie dunkel wird, als Weg in eine Liebe-volle, Licht–volle Zukunft.

Pfarrer Bertram Tippelt

 

Lichtlaternen im adventlichen Altarraum

Sie sind Licht im Advent?

Sie geben dem Advent ein Gesicht?

Schreiben Sie von Ihrem Licht in das Lichtbuch (liegt beim heiligen Antonius)

Sie möchten Ihr Gesicht als Licht im Altarraum zur Krippe bringen?

Bringen Sie Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Gruppe mit.

Wenn Sie die Bilder mailen oder im Pfarrbüro (bitte beschriften) abgeben, drucken wir sie Ihnen auf das Laternentransparent (gemeindereferentin@st-dominicus.de).

Die Gesichterlichter erwarten Christus in der Heiligen Nacht. Sie können dabei sein.

 

 




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