Liturgische Kolumne

Monarchie - Märchen - Jugendsonntag? – Christkönigssonntag

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Der letzte Sonntag im Kirchenjahr, also der Sonntag vor dem 1. Advent, soll uns zeigen, dass Christus, der erhöhte Herr, Zielpunkt alles Irdischen ist. Unsere evangelischen Geschwister nennen diesen Sonntag Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag.

Bis ins 20.Jh. hinein gab es die Vorstellung, dass der König seine Macht unmittelbar von Gott herleitet, sozusagen von Gottes Gnaden sein Amt ausübt. Als 1925 das heutige Christkönigsfest von Papst Pius XI. eingeführt wurde, dachte er sicher an die Gegenüberstellung des römischen Kaisers, dem die Christen die Anbetung verweigerten und dem Weltenherrn Christus Kyrios, dem die Ehre gebührt.

Genau diese Gegenüberstellung hatten auch die Jugendlichen der Nachkriegszeit im Blick, als sie Christus zu ihrem König wählten gegen alle Machthaber der Welt. So wurde der Christkönigssonntag zum Jugendbekenntnissonntag (Früher lag der Christkönigssonntag auf dem Dreifaltigkeitssonntag, daher die beiden Sonntage als Jugendbekenntnissonntag. Manch’ eine/r erinnert sich noch.)

Vor Pilatus stehend sagt Jesus: „Ich bin ein König, ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (Joh 18,37).

Also es geht hier um keinen märchenhaften König, keine monarchische Staatstradition, sondern der auferstandene Christus zeigt uns – gerade am Ende des Kirchenjahres – den Weg in die Vollendung. Und da tut es uns gut, dass er „mehr“ ist, als der Jesus, der als Mensch zwischen uns gelebt hat, „mehr“ als unsere eigene Schwachheit.

Und wir sind nach unserem Bekenntnis zu IHM gefragt, in einer Zeit in der der „Gegner“ nicht der König, Kaiser oder Führer, die Mauer, die „andere“ Religion ist, sondern oft die Gleichgültigkeit, die Beliebigkeit, die Trägheit oder gar die Müdigkeit.

cb

 

 




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