Liturgische Kolumne

Frohlocke - nicht nur für „Münchner im Himmel“

„Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket ihr himmlischen Scharen...“ - diese Melodie des Exultet geht mir nicht aus dem Kopf. Sie ist für mich der Innbegriff des Endes der Fastenzeit, der Karwoche und meine Seele jubelt das Osterlob innerlich mit … zugegeben, früh um 5.00 Uhr diesen Lobpreis zu singen - das ist eine Herausforderung.

Der Glaube an die Auferstehung Jesu ist eine Herausforderung. Im Firmkurs kamen die ehrlichen Fragen: Gibt es ein „nach dem Tod“, wie wird es sein, haben alle Platz im Himmel … wer nicht? Wie geht das  - Auferstehung?

Das Exultet beginnt mit dem Aufruf zur Freude und der Bitte um ein Gebet für den Sänger (wie gesagt - es ist nicht leicht, richtig und ehrlichen Herzens dieses Loblied um 5.00 Uhr früh zu singen). Und dann wird in einem wunderschönen Hymnus die Erlösungstat Jesu gepriesen und die Nacht der Auferstehung in ergreifender Weise besungen. Dabei geht der Blick zur Heilstat Gottes am Volk Israel zurück, dem Pascha-Mysterium. „O, unfassbare Liebe des Vaters … o, wahrhaft heilbringende Sünde des Adam … o, glückliche Schuld … o, wahrhaft seelige Nacht.“ Schließlich wendet sich der Hymnus der Osterkerze in ihrer Funktion als Spenderin des natürlichen Lichtes zu und blickt aus nach dem wahren Morgenstern, der keinen Untergang kennt.

Der Hymnus stammt von einem unbekannten Verfasser aus dem 4. Jh. der Gedanken von Ambrosius, Augustinus und aus den Osterhomilien des Asterios Sophistes, sowie der jüdischen Pessach-Theologie/ Liturgie  verwendet hat.

Geschrieben war der Text bis ins hohe Mittelalter auf einer Exultetrolle, die während des Singens langsam vom Ambo herabglitt. Die Bilder darauf waren kopfständig angebracht, so dass das Volk sie betrachten konnte.

cb

 

 




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