Liturgische Kolumne

Tabernakel

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... Gott hat unter uns sein Zelt gebaut.

Viele Jahre zog die Bundeslade, das Wort Gottes in festen Stein gesprochen und gemeißelt, mit Mose und den Israeliten durch die Wüste. Dafür wurde sie in einem Kasten aufbewahrt und im heiligen Zelt behütet, gepriesen und verehrt. So war Gott unter den Menschen. Mit ihr stürzten die Mauern Jerichos ein, mit ihr wurden Wege gegangen, Feste gefeiert und das Heilige Land erreicht.

Heute wohnt Jesus – im Zelt (lat. Tabernakel) unter uns Menschen – auch hier in der Gropiusstadt. In unserer Altarrückwand ist der Kasten zur Aufbewahrung der Hl. Eucharistie eingelassen. Mit IHM gehen wir Wege durch die Wüsten der Zeit, feiern wir Feste, suchen wir die Neue Stadt Jerusalem.

Als noch die Eucharistie in den Wohnungen gefeiert wurde, bewahrten die Familien das eucharistische Brot oft in Elfenbeinkästchen auf. Als man Kirchen baute, wurde meist ein Nebenraum zur Aufbewahrung gebaut, später stand ein Kästchen auf dem Altar und im Mittelalter wurde ein turmartiger Bau in der Nähe des Choreinganges gestellt (z.B. im Dom von Brandenburg zu besichtigen), in dem das Allerheiligste hinter einem Gitter gesichert war, um dem Schaubedürfnis der Gläubigen entgegenzukommen.

König David tanzte vor der Bundeslade, das Volk jubelte, blies Widderhörner und spielte auf Trompeten, Harfen und Zimbeln. Unsere bescheidene Begrüßung und Verehrung des Allerheiligsten im Tabernakel ist die Kniebeuge und oft das andächtige Schweigen. Tun wir wenigstens das.

Möge jede/r die eigene Form der Verehrung finden...

cb

 

 




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