Liebe Gemeinde,

Pfr.Tippelt
„Sie gehen nach Hause“, so kommentierte der kleine Jonas die Krippenfigurenanordnung am Fest der Taufe Jesu in unserer Kirche. Standen die Figuren doch nicht mehr an der Krippe bei Maria und Josef und dem Kind, sondern sie waren überall in der Kirche verteilt auf allen Mauervorsprüngen und Balustraden, auf den Apostelleuchtern und den Liederbuchständern. Ja, wirklich sie sind inzwischen alle nach Hause gegangen. Mein Holzscheit mit Gipskopf und Jeanshose, Stola und Lesebrille steht auf meinem Schreibtisch und schaut skeptisch meinem Treiben zu. „Hast du nicht gemerkt, dass sich die Welt verändert hat? Gott ist Mensch geworden! Warum bist du so hektisch, so ängstlich, so kleinlich, so ärgerlich? Das Licht Gottes macht doch alles anders. Schau in dein Leben. Die Liebe wandelt alles: Dunkel in Licht, Trauer in Freude, Einsamkeit in Gemeinschaft, Tod in Leben.“

Ja, die kleine Krippenfigur ist durch die Botschaft der Menschwerdung ein eindrucksvolles
Liebe Gemeinde
Zeichen, dass mein Alltag von dieser Berührung Gottes angestoßen  und gewandelt ist. Gelassenheit und Frieden breiten sich angesichts dieser Perspektive der Gegenwart Gottes aus. Wesentliches bleibt und Banales verschwindet. Das Lebensgefühl wandelt sich. Ich fühle mich begleitet, behütet und beschützt.

So haben wir das Geheimnis der Menschwerdung gefeiert. Der Kalender zeigt den Fasching an als volkstümlichen Vorboten der vorösterlichen Bußzeit. Er soll helfen, die große Botschaft der Auferstehung in rechter Weise in das eigene Leben aufzunehmen. Die Auferstehung ist der Schlüssel unseres Lebens. Die Botschaft der Auferstehung gibt dem Menschen die Würde der Liebe Gottes. Sie ist der Dreh– und Angelpunkt allen Lebens. Sie vermag aufzuzeigen und verständlich zu machen, was nicht verstehbar ist: Die Liebe ist stärker als der Tod. Wer die Liebe lebt, überlebt den Tod und hat teil am Hochzeitsmahl der Ewigkeit.

Feiern wir Fasching um dann  mit dem Aschermittwoch die vorösterliche Bußzeit zu begehen. Der vierzigtägige Weg wird uns Gott und uns selbst näherbringen. Er führt uns an die Wurzeln unseres Lebens und eröffnet eine Zukunft, die wir als Sehnsucht in uns tragen.

Unser Kardinal ruft uns auf, Voraussetzungen zu schaffen, die der Botschaft der Auferstehung eine solide, anziehende und ausstrahlende Zukunft in unserer Gesellschaft geben können. Dazu sind Veränderungen notwendig. Wir sind eingeladen daran mitzutun. Nur so kann die Botschaft Jesu in die kommenden Generationen kommen. Machen wir uns froh auf den Weg. Nehmen wir die Herausforderungen an und leben wir das Evangelium in unserer Zeit. Dazu möge uns allen der Segen Gottes helfen. So grüße ich Sie und Ihre Familie herzlich

 

 

Ihr Pfarrer Bertram Tippelt

 

 

 




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