Liebe Gemeinde,

die vorösterliche Bußzeit ruft zur Umkehr, zum Innehalten, zur Besinnung und gibt mir die Möglichkeit, mein Leben bewusster wahrzunehmen. Mein Gespür und mein Wissen um die lebenspendende Liebe Gottes, die mich umhüllt, die mir Lebensmut, Sinn und Halt, Orientierung und Glück gibt, die mich in einer wundervollen Schöpfung beschenkt, mich selbst darin als Teil dieser Schöpfung erleben und das Leben genießen lässt, soll nicht nur Theorie des Glaubens bleiben, sondern in den Lebensübungen der vorösterlichen Bußzeit meine grundlegende Beziehung zu Gott neu bewusst werden lassen und beleben.

Erneuerung heißt dann, erinnern an das Innen meiner Seele, wo sich Gott finden lässt, der mir alles gibt. In diesem Geheimnis des Lebens zu Hause sein zu dürfen bedeutet auch, die Dunkelheiten aller irdischen
Existenz im Leiden und Sterben
Jesu überwunden und durchschritten zu sehen mit der Perspektive der ewigen Glückseligkeit.

Das bedeutet nicht die Abschaffung aller Dunkelheiten des Lebens, sondern vielmehr die innere Gewissheit, dass selbst die Dunkelheit des Todes bereits überwunden ist.

Je konkreter ich das beginne, je lebensnaher, alltäglicher und selbstverständlicher, unkomplizierter und direkter ich die Beziehung zu Gott lebe, desto mehr wird er aus seiner Verborgenheit heraustreten und in meinem Lebensalltag mir sichtbar.

Es ist eine echte Zeit voller Überraschungen und Entdeckungen. Versuchen Sie es. Lassen Sie sich auf Ihren Lebensgrund ein. Verlassen Sie sich auf die Liebe Gottes, die Ihr Leben trägt. Gehen Sie mit Ihm auf Du und Du. Spüren Sie z.B. im bewussten Ein- und Ausatmen die Gegenwart des Wunders der Schöpfung, des Gebens und Nehmens, des Empfangens und Verschenkens. Nehmen Sie sich Zeit zum Zwiegespräch mit Gott zwischendurch, an der Bushaltestelle, im Einkaufszentrum, beim nach Hause gehen oder beim Verlassen Ihrer Wohnung. Sprechen Sie IHN an, dass Er mit Ihnen geht, bei Ihnen bleibt und Sie begleitet.

In unserer Gemeinde werden wir uns in diesem Jahr neben den traditionellen geistlichen Übungen der vorösterlichen Bußzeit durch das Misereorhungertuch anregen lassen, von Sonntag zu Sonntag konkret, bewusst die Schöpfung und uns als Teil darin zu beobachten und auf Gottes Sinn hin zu leben: achtsam, behutsam, nachhaltig, gläubig und schöpferisch. Die schon in der Antike benannten Elemente unserer Welt: Wasser, Luft, Erde und Feuer sollen uns dazu verhelfen, bewusst auf den Schöpfer in der Schöpfung zu blicken und das tägliche Handeln dadurch bewusst zu gestalten.

Dadurch wird die Tat Gebet und signalisiert meine Beziehung zu Gott.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie, dass uns diese Zeit wirklich zum Osterfest führt, zur Vollendung der Schöpfung, zum Fest des Lebens ohne Ende

 

 




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