Liturgische Kolumne

Pracht in Sack und Asche

In der Fastenzeit hängt im Altarraum bei uns ein Fastentuch oder in diesem Jahr wieder ein Fastenkreuz.

Hinter dem Fastenkreuz in der Altarwand ist das goldene Kreuz der Herrlichkeit. Dieses wird verhängt. Die Tradition der Verhüllung kommt aus dem Mittelalter. Mit dem Fastentuch wurden die goldverzierten barocken Altäre verhüllt und auf dem Hungertuch wurden Bilder vom Leiden des Herrn dargestellt. Mit dieser Sitte hängt wahrscheinlich auch die Verhüllung der Kreuze und Bilder in der Kirche ab dem Passionssonntag (14 Tage vor Ostern, eine Woche vor Palmsonntag) zusammen.

Uns wird zum Anfang der Fastenzeit Asche auf die Stirn gezeichnet als Auftrag zu Buße und Umkehr. Und so wird auch der Glanz, der nun nicht gerade in unserer 70er-Jahre-Kirche strahlt, durch ein bescheidenes Tuch verhüllt. Alle Kreuze, die den Auferstandenen, seine Herrlichkeit und seinen Sieg darstellen, werden verhüllt. Die Kreuze, die den Leidenden darstellen, sollten traditionell nicht verhüllt werden, da ja der leidende Herr gerade für Betrachtung und Gebet dargestellt ist.

Und es ist ja auch ein Fasten für die Augen, wenn man nicht andauernd alles Bunte und Gloriose vor sich hat.

Was für ein Kreuz haben Sie zu Hause an der Wand hängen? Ein Kreuz des Triumphes oder ein Kreuz, das den leidenden Herrn darstellt? Betrachten Sie es doch einmal.

Oder – vielleicht könnte ja auch einmal der „Hausaltar“ – ich meine den Fernseher – verhüllt werden? Das wäre ein echtes Fasten für die Augen.                                

 Ch. Brath , GR

 

 




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