Liebe Gemeinde,

mit den Firmbewerberinnen und Firmbewerbern sitze ich nach Ostern im Bernhard-Lichtenbergsaal unseres Gemeindezentrums und nach anfänglichen Motivationsübungen wird es richtig intensiv: Das Nachdenken über Gott, unsere Sprache von und mit IHM und unsere Lebensverhältnisse: Das Verhältnis zu mir selbst, zum Nächsten und zu Gott. Die Gebete der Liturgie, die Texte der Heiligen Schrift und die Ereignisse, die unsere Gegenwart bewegen, sind eine Art Vorlage und Sprachmuster für das Sprechen mit und zu Gott. Nach einigen Diskussionen schreiben die Jugendlichen Texte und Gebete in kleinen Gruppen. Sie sollen im Sonntagsgottesdienst gebetet werden um zu verstehen, was geschieht. Die aufgeschriebenen Texte landen im Computer und da beginne ich zu zweifeln, ist das wirklich für den Gottesdienst geeignet? Wir beten im Tagesgebet: „Allmächtiger ewiger Gott…
- welch ein gewaltiger Titel, welch große Anrede, welch gigantische Zeitüberschreitung! Eine Jugendliche formulierte dafür: Mega coller Gott … Ich gebe zu, es ist gewöhnungsbedürftig aber ehrlich die Allmacht Gottes ist doch wirklich mega und es ist cool mit diesem mega Gott einfach so zu sprechen auf Du und Du und über die Zeitgrenze hinweg direkt in die Ewigkeit hinein. Weiter heißt es im Gebet der Jugendlichen … durch das

Comeback deines Sohnes Jesus Christus ist uns klar geworden, dass du voll gut drauf bist und cool, da du uns ein Leben für immer geschenkt hast. Daher bringen wir Brot und Wein, damit du uns zum Geschenk Gottes für die Welt wandelst. Diese Bitte zum Werkzeug Gottes werden zu wollen, beeindruckt mich und macht mir klar: Unseren Jugendlichen liegt etwas an Gott und der Welt, an unserem Woher und Wohin, mehr noch an der Art wie wir miteinander und füreinander leben. In einem anderen Gebet schreibt eine Jugendliche „… du hast unsere Augen geöffnet und uns gezeigt, dass wir durch positive Energie die Welt jeden Tag ein Stückchen mehr verbessern können. Bitte hilf uns, dich in uns hineinzulassen, um unseren positiven Beitrag an der Welt zu leisten. Denn durch dich können wir unser Tröpfchen unerkannte Ewigkeit zur Auferstehung ins ewige Leben nutzen.

Die Gebetsworte der Jugendlichen kommen mir vor wie Gotteshäuser, die auf IHN unseren Gott weisen, zum Ort der Besinnung, der Betrachtung und der Ruhe werden.

Unser Titelbild zeigt aus unserer Geschichte solche Gotteshäuser der Gegenwart: die Irenen Kirche - dort entstand 381 auf dem 2. ökumenischen Konzil unser großes Glaubensbekenntnis -, die Hagia Sophia - die Heilige Weisheit -, eine der ältesten Kirchen der orthodoxen Christenheit, die inzwischen länger Moschee ist, als sie Kirche war und die blaue Moschee mit ihren sechs Minaretten. Diese Gotteshäuser sind für mich Zeichen der Suche nach Gott, der Suche nach den Worten zu IHM und mit IHM.

Wenn wir dieser Tage das Dreifaltigkeitsfest feiern, so ist dies auch ein Ergebnis dieser Suche. Gott ist groß, dreifaltig, allmächtig, Liebevoll und auch mega cool.

Den Segen dieses Gottes sollen Sie mit Ihrer ganzen Familie spüren. Das wünsche ich Ihnen sehr herzlich Ihr Pfarrer

 

 

 

 

 

 

 Bertram Tippelt

 

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