Liturgische Kolumne

Fronleichnam

Nachstehende Texte sind beim PGR/ KV-WE in Bad Saarow als Versuch einer Rundfunkansprache entstanden

Fronleichnam – rausgehen –

Ich trage Jesus nach Hause - Maria, die Gottesdienstbeauftragte

 

„Ich habe heute an der Heiligen Messe teilgenommen. In meine Gebete schloss ich auch eine Frau mit ein, die leider nicht anwesend sein konnte. Im Anschluss der Messe beauftragte mich der Pfarrer mit dem Segen, den Heiland zu dieser Frau nach Hause zu tragen. In einer kleinen Prozession zog ich mit dem Pfarrer und den Ministranten aus der Kirche. Respektvoll traten die Gottesdienstbesucher zur Seite auf dem Weg zu dieser Frau. Sonntäglich angezogen öffnete sie mir voller Erwartung die Tür. Ihr Couchtisch war mit einer weißen Tischdecke, mit einem Kreuz, mit einer Kerze und mit Blumen zum Altar gewandelt. Während einer würdigen Feier empfing sie den Leib des Herrn.“

Viele Menschen haben Sehnsucht, Jesus im Sakrament der Eucharistie zu empfangen, sind aber nicht in der Lage, zum Tisch des Herrn in die Kirche zu kommen. Durch den Krankenbesuch haben sich Beide etwas Kostbares bei dieser Begegnung geschenkt, nämlich die Nähe Jesu deutlicher zu spüren. Das ist die innigste Form einer Fronleichnamsprozession.

I. Königstorfer, M. Jamka, U. Klerx

 

Guten Morgen, haben Sie schon gefrühstückt?

 

Ich habe es heute Morgen schon getan. Normalerweise frühstücke ich mit meiner Frau gemeinsam. Heute ist sie nicht dabei. Sie ist zur Kur nach Bad Hofgastein. Irgendwie fehlt mir etwas. Nicht nur, dass meine Frau immer das Frühstück vorbereitet hat, sondern das persönlich allmorgendlich geführte Gespräch, der Gedankenaustausch, die Planung des Tages und nicht zu vergessen, die Frage: „Wie hast Du heute Nacht geschlafen?“ Erst wenn der Partner nicht mehr da ist, merkt man, wie er einem fehlt.

Im letzten Jahr verbrachten meine Frau und ich unseren Urlaub in Bayern. So um diese Zeit. Es war wunderschön, Zeit für einander zu haben, zu wandern, frei von den alltäglichen Zwängen - andere Menschen kennen lernen und abends beim gemütlichen Bier über Gott und die Welt zu sprechen. Das hat uns wirklich sehr gut getan. Am Donnerstag sahen wir in unserem Urlaubs­ort viele Menschen durch die Straßen gehen. Mein erster Gedanke war, wogegen demonstrieren die Leute? Mein zweiter Gedanke war, was machen der Pfarrer und die Musikkapelle dabei und warum sind die Leute so festlich gekleidet? Die Antwort ist ganz einfach. Am 60. Tag nach Ostersonntag feiert die katholische Kirche Fronleichnam. Der wichtigste Teil des Festes ist die heilige Messe, deren liturgische Texte sich auf das Geheimnis der Eucharistie beziehen. Nach der heiligen Messe schließt sich die Prozession an, bei der die Gläubigen die vom Priester getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten, einer gewandelten Hostie, dem Leib Christi, in einem Festzug unter Gesang zu mehreren Außenaltären begleiten. Katholiken glauben, dass in der heiligen Messe die eucharistischen Ge­stalten wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.

Ein wanderndes Gottesvolk, dessen Mitte  Christus, das Brot des Lebens ist.

In diesem Jahr findet das große Fest am 3. Juni statt. Menschen gehen in die Öffentlichkeit und outen sich in der Gemeinschaft der Gläubigen. Sie verstecken sich nicht hinter Kirchenmauern, sondern bekennen sich. Sie brechen das Brot in der heiligen Kommunion, in der Gemeinschaft.

Schauen wir kurz zurück zum Anfang.

Meine Frage:  „Haben Sie schon gefrühstückt?“ und dann die Feststellung, dass ich dachte, ich wäre allein am Frühstückstisch, weil meine Frau zur Kur gefahren ist. Doch mit ein Mal wurde mir bewusst, dass niemand allein ist, weil Gott immer seine schützende Hand über uns hält. So wünsche ich Ihnen einen schönen Tag. Gott ist bei Ihnen.

M. Blach, C. Falk, D. Wudel

 

Vom Balkon aus betrachtet

 

Logo Monstranz
Am Fronleichnamssonntag feiern wir mitten in der Gropiusstadt mit ihren Hochhäusern auf dem Schulhof unseren Gottesdienst.

Ich stelle mir vor, ich stehe als Bewohner auf einem Balkon im 20. Stock und beobachte was geschieht:

O, da haben die Katholiken aber viele Leute zusammengerufen, die Kinder sind alle weiß angezogen. Sooo viele Leute stehen vor der Bühne. Hätte nicht gedacht, dass es hier so viele Katholiken gibt. Die Glocke scheppert und alles wird still. Erstaunlich. Eine Band spielt und dann gibt es ein hin und her zwischen Stille, dem Mann auf der Bühne und manchmal singen alle, ein paar Kinder tanzen, ...nicht

schlecht. Das dauert so eine Stunde und dann wird es noch interessanter, einer nimmt so eine goldene Sonne in die Hand und dann gehen sie raus über ihren Parkplatz und auf den Bürgersteig und dann verschwinden sie wieder in der Kirche.

Was das soll? Naja, die lassen sich ja sonst nicht sehen mit ihrem Gott, der sowieso nicht zu sehen ist. Sollen sie doch.

Schade, hätte ich doch ein Fernglas, könnte ich sehen, wer da alles so mitgeht. Meine Nachbarn, glauben die auch an den Gott, der auf die Straße geht?

Ch. Brath

 

 




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