Liturgische Kolumne

Nein, danke, ich hab‘ meine Brille vergessen,

oder wer singt, betet doppelt

Gehören Sie eigentlich zu den Sängerinnen und Sängern oder zu den sich erfreuenden Zuhörern im Gottesdienst? Manchmal habe ich das Gefühl, es sitzen viele Zuhörer in der Kirche und wenn ich vorn stehe, um einen Kanon zu dirigieren, sehen mich große staunende Augen an, das Gesicht lacht… aber es kommt kein Ton heraus. Nein, keine Angst, in unserer Kirche geht es im gemeinsamen Gesang nicht um Perfektion und Leistung, sondern um das Lob Gottes.

Übrigens hat Singen einen ziemlich hohen therapeutischen Wert, es kann Schmerzen lindern, Trauer und Trost spenden, Widerstände überwinden und verschafft ein positives Lebensgefühl. Es scheint so, dass sich musikalischen Menschen leichter die Pforte des Himmels auftut. So sitzt der „Münchner im Himmel auf seiner Wolke und frohlockt und frohlockt“.

Es ist auch ganz einfach mitzusingen und ggf. neue Lieder zu lernen, denn die Orgel führt uns und der Nachbar singt auch mit und dann schaut man einfach auf die Noten und singt die Töne höher oder niedriger mit „ganz einfach“.

Unser Kirchenmusiker sucht die Lieder passend zum Evangelium und zur Kirchenjahreszeit aus.

Augustinus hat uns den Spruch hinterlassen: Wer singt, betet doppelt. Haben Sie schon den reichhaltigen Gebetsschatz der Vögel gehört?

Ch. Brath, GR

 

 




Show details for Alle Dokumente in dieser RubrikAlle Dokumente in dieser Rubrik