Liturgische Kolumne

Mutter Gottes, wir rufen zu dir

Die katholische Volksfrömmigkeit hat zwei Monate im Jahr in besonderer Weise der Verehrung Marias zugeordnet, den Marienmonat Mai und den Rosenkranzmonat Oktober. Ursprünglich hatten sie die Aufgabe, alte heidnische Maifeiern römischen und germanischen Ursprungs verchristlichen zu helfen. Aber erst im 17. Jh. „weihte“ man durch häufige Gebete den Monat Mai ganz der Gottesmutter. Papst Paul IV. empfahl 1965 in einer Enzyklika die Gottesmutterverehrung als „eine treue Gewohnheit unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichen Gebeten einzuladen, sooft die Nöte der Kirche und eine drohende Weltgefahr dies verlangten.“

Nun überlege ich ernsthaft, ob „unser christliches Volk“ sich eingeladen fühlt oder ob „die Nöte ... und Gefahr“ ins Gebet gehoben werden wollen?

Schön war es doch früher... die Litanei „Mutter Gottes, wir rufen zu dir“, die Spaziergänge ins frische Grün, die schönen Marienlieder, die vielen Jugendlichen; Sie erinnern sich alle, an diese wunderschönen Maiandachten... und heute? Wir sind ja dankbar, dass die Frauengruppen diese gute Tradition „unserer Vorgänger“ fortführen und auch Lektoren dieses Gebet übernehmen, denn es ist ein Gebet der Laien, die die Welt um sich herum spüren, die Nöte hautnah erleben.... und ins Gebet bringen – über die Gottesmutter hin zu Christus.

Sollten Ihnen also Nöte und Sorgen auf der Seele liegen, dann könnte ja so eine Andacht eine gute halbe Stunde sein, diese vor Gott zu bringen.

cb

 

 




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